PIM für Mode und Textil: Anbieter im Vergleich 2026

PIM für Mode und Textil: Zehn Anbieter im Vergleich, bewertet nach Ausgangslage

Kurz gesagt: In Mode, Schuhen und Textilien entscheidet die Ausgangslage über das passende PIM, nicht der Name des Anbieters. Jede Kollektion bringt Hunderte bis Tausende Varianten aus Modell, Farbe und Größe, die früh im Saisonverlauf an Handelspartner, Marktplätze und den eigenen Shop müssen. Dazu kommen 2026 bis 2028 neue Pflichten: das Vernichtungsverbot für unverkaufte Kleidung und Schuhe, strengere Regeln für Umweltaussagen, die erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien und der Digitale Produktpass. Wir haben zehn Anbieter an sieben Anforderungen gemessen: Varianten und Größen, Saison und PLM, Pflichtangaben, Bilder und Medien, Marktplätze und Handelspartner, Nachhaltigkeit und Nachweise sowie Lokalisierung. Daraus ergeben sich vier typische Ausgangslagen: Marken mit Großhandel und eigenem Onlineshop; Modehändler mit vielen Marken und Lieferanten; Marken mit Schwerpunkt Marktplätze; internationale Marken mit vielen Ländern und Sprachen. Welche Lösung zu welcher Ausgangslage passt, zeigt unsere Bewertung im Anschluss an den Vergleich.

Was ein PIM für Mode und Textil können muss

  • Varianten und Größen: Ein Modell hat mehrere Farben, jede Farbe einen Größenlauf, jede Größe eine eigene EAN. Das PIM muss diese Hierarchie abbilden, Eigenschaften auf der richtigen Ebene vererben und Größensysteme, Passformen und Größentabellen je Land führen. Bei Mehrmarkenhändlern kommen Tausende Farbvarianten je Kollektion hinzu.
  • Saison, Kollektion und PLM: Modell, Material und Lieferant entstehen im PLM, oft Monate vor dem Verkaufsstart. Für Orderbücher, Linesheets und B2B-Plattformen wie NuORDER oder JOOR brauchen Handelspartner die Daten früh, der eigene Shop später mit allen Bildern. Das PIM braucht eine saubere PLM-Anbindung, Saisonlogik und die Möglichkeit, Fortführungsartikel zu übernehmen.
  • Pflichtangaben: Nach der Textilkennzeichnungsverordnung (EU) 1007/2011 muss die Faserzusammensetzung vor dem Kauf deutlich sichtbar sein, auch im Onlineshop. Seit Dezember 2024 verlangt die Produktsicherheitsverordnung (GPSR) in jedem Onlineangebot Hersteller mit Post- und E-Mail-Adresse, Angaben zur Identifizierung samt Abbildung und etwaige Warnhinweise. Pflegehinweise gehören in der Praxis ebenfalls dazu.
  • Bilder und Medien: Mode verkauft über Bilder: mehrere Ansichten je Farbe, Modelbilder, Detailaufnahmen und Videos, dazu kanalspezifische Formate und Hintergründe. Das PIM braucht ein eigenes DAM oder eine enge Anbindung an eines, mit automatischer Zuordnung der Bilder zu Varianten.
  • Marktplätze und Handelspartner: Zalando, Amazon, About You und die Onlineshops der Handelspartner verlangen eigene Attribute, Größenschlüssel und Bildvorgaben. Entscheidend sind fertige Formate, gepflegte Zuordnungen und eine Rückmeldung, welche Artikel abgelehnt wurden und warum.
  • Nachhaltigkeit und Nachweise: Seit dem 27. September 2026 sind in Deutschland allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“ nur noch mit Nachweis erlaubt, Siegel nur mit anerkanntem Zertifizierungssystem. Für die erweiterte Herstellerverantwortung und die Offenlegung vernichteter Ware zählen Gewicht und Material je Artikel, für den Digitalen Produktpass künftig weitere Angaben zu Herkunft, Material und Reparatur. Das PIM sollte Materialanteile, Zertifikate und Nachweise je Artikel führen.
  • Lokalisierung: Internationale Marken pflegen Texte, Größen und Preise für viele Länder. Gefragt sind Übersetzungsworkflows mit maschineller Vorübersetzung und Prüfung, länderspezifische Sortimente und klare Zuständigkeiten je Markt.

Fristen, die Produktdaten in Mode und Textil betreffen

Mehrere Regeln greifen zwischen 2026 und 2030. Viele davon verlangen Angaben, die heute oft nur im ERP oder in Tabellen liegen: Gewicht, Materialanteile, Mengen und Nachweise je Artikel.

DatumRegelWas es für Produktdaten bedeutet
seit 08.05.2012Textilkennzeichnungsverordnung (EU) 1007/2011Faserzusammensetzung vor dem Kauf deutlich sichtbar, auch beim Kauf auf elektronischem Wege (Art. 16); Angabe nicht-textiler Teile tierischen Ursprungs.
seit 13.12.2024Produktsicherheitsverordnung (EU) 2023/988 (GPSR)Jedes Onlineangebot nennt Hersteller oder Einführer mit Post- und E-Mail-Adresse, Angaben zur Identifizierung des Produkts mit Abbildung und etwaige Warn- und Sicherheitshinweise (Art. 19).
2026Ökodesign-Verordnung (EU) 2024/1781 (ESPR), OffenlegungGroße Unternehmen legen erstmals für das Geschäftsjahr 2025 Anzahl und Gewicht vernichteter unverkaufter Verbraucherprodukte offen, mit Gründen und Art der Entsorgung.
19.07.2026ESPR, VernichtungsverbotGroße Unternehmen dürfen unverkaufte Kleidung, Bekleidungszubehör und Schuhe nicht mehr vernichten. Ausnahmen regelt die Delegierte Verordnung (EU) 2026/296; Nachweise sind fünf Jahre aufzubewahren.
27.09.2026UWG-Änderung zur Richtlinie (EU) 2024/825Allgemeine Umweltaussagen nur mit Nachweis, Nachhaltigkeitssiegel nur mit Zertifizierung oder staatlicher Festsetzung.
02.03.2027Durchführungsverordnung (EU) 2026/2 zur ESPREinheitliches Format für die Offenlegung vernichteter Ware.
Q4 2027 (geplant)ESPR, delegierter Rechtsakt TextilienÖkodesign-Anforderungen und Digitaler Produktpass für Bekleidung und Textilien; die Pflichten gelten erst nach einer Übergangsfrist.
17.04.2028Abfallrahmenrichtlinie, geändert durch (EU) 2025/1892Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien und Schuhe in allen Mitgliedstaaten; Hersteller registrieren sich je Land und melden die jährlich in Verkehr gebrachten Mengen, auch nach Gewicht. Kleinstunternehmen ab 17.04.2029.
19.07.2030ESPR, VernichtungsverbotVernichtungsverbot und Offenlegung auch für mittlere Unternehmen.

Entlastung gibt es beim Leder: Seit dem 18. September 2026 fallen Rinderhäute und Leder nicht mehr unter die Entwaldungsverordnung (Delegierte Verordnung (EU) 2026/2102). Ob Leder dauerhaft ausgenommen bleibt, soll eine spätere Überprüfung der Verordnung zeigen.

PIM-Anbieter für Mode und Textil im Vergleich

Die Anbieter stehen in alphabetischer Reihenfolge, das ist keine Rangfolge. Aufgenommen haben wir nur Anbieter mit öffentlichen Referenzen aus Mode, Schuhen oder Textilien. Funktionen laut Herstellerangaben, Referenzen nur mit öffentlichem Beleg.

AnbieterAusrichtungStärken in Mode und TextilReferenzen (öffentlich belegt)Passt zu
Akeneo (Nantes, Niederlassung Düsseldorf)SaaS-PIM mit Fokus auf Kanäle und ProdukterlebnisBranchenseite Fashion mit Sortimenten, Größen, Varianten, Digitalem Produktpass und Wiederverkauf; bei Kurt Geiger über 60.000 Produkte und rund 700.000 SKUs für 21 Onlineshops und rund 20 Handelspartner; bei N Brown Material, Pflege, Maße und internationale Größentabellen für drei MarkenKurt Geiger, N Brown (Simply Be, Jacamo, JD Williams), Fossil, Zadig&VoltaireMarken und Händlern mit vielen Shops und Partnern, die SaaS bevorzugen
Bluestone PIM (Oslo)SaaS-PIM in MACH-ArchitekturBei Zeeman zentrale Datendrehscheibe zwischen PLM, Shop, Suche und Katalog; rund 40.000 SKUs für über 1.300 Filialen; Lokalisierung mit KI von sechs Wochen auf etwa eine Woche verkürztZeeman (Textildiscounter, Niederlande)Händlern mit Headless-Commerce und vielen Sprachen
Centric PXM von Centric Software (vormals Contentserv)PIM und DAM, aus demselben Haus wie Centric PLMBei DANIELS zwei Kollektionen im Jahr mit jeweils rund 3.200 Farbvarianten aus über 200 Marken, Pflege ohne separate Tabellen; Anbieter hat mit Centric PLM auch die Produktentwicklung im PortfolioDANIELS (Modehändler, Bornheim)Mehrmarkenhändlern und Marken, die PLM und PIM aus einer Hand wollen
inriver (Malmö)PIM mit Fokus auf Produkterlebnis und SyndikationBei Carhartt Daten aus SAP-ERP und PLM zusammengeführt, Veröffentlichungszeit halbiert (Partner Valtech); bei Fjällräven über 2.000 Produkte mit Bynder-DAM und Übersetzungsdienst; bei Varner elf Marken in acht LändernCarhartt, Fjällräven, Varner, New BalanceMarken mit Großhandel, eigenem Shop und vielen Kanälen
Pimcore (Salzburg)Open-Source-Plattform für PIM, DAM und CommerceBei deuter ein PIM für über 20 Ländershops in bis zu fünf Sprachen, gemeinsamer Rahmen für die Outdoormarken der Schwan-Stabilo-Gruppe; bei Macron Time-to-Market um 60 % verkürzt, Pflegeaufwand um 30 % gesenkt, kanalspezifische Bildbearbeitungdeuter, Macron, La Redoute, POLO MotorradMarken mit eigener IT oder Partner, die PIM, DAM und Shop flexibel kombinieren wollen
Plytix (Málaga)SaaS-PIM mit DAM und Brand-Portalen für den MittelstandBei Baldinini zehn Kanäle automatisch beliefert, Inhalte in vier Sprachen, Markenportale statt Dateiversand; bei Twisted X Feeds je Händler, neue Produkte doppelt so schnell angelegtBaldinini, Twisted X, Otter DistributionMittelständischen Marken mit vielen Händlern und überschaubarem Budget
Sales Layer (Valencia)SaaS-PIM mit vielen KonnektorenBei namuk über 3.500 SKUs und 8.000 Bilder für elf Kanäle, Anbindung an Shopify und NuORDER; bei Bobux Vertrieb in über 40 Länder mit Magento, JOOR und Amazonnamuk (Kinderbekleidung, Schweiz), Bobux, Ysabel MoraMarken mit Großhandel über B2B-Plattformen und eigenem Shop
Salsify (Boston)Product-Experience-Plattform mit PIM, DAM und SyndikationBei ASICS ein globales Datenmodell für über 500.000 Produkte, 67 Kanäle und 1,26 Millionen Assets in vier Regionen; bei Samsonite erweiterte Inhalte in rund 15 Minuten statt WochenASICS, SamsoniteInternationalen Marken mit vielen Händlern und Marktplätzen
Stibo Systems (Aarhus)Multi-Domain-MDM mit PIMBei Mason Companies über eine Million SKUs von mehr als 1.000 Lieferanten in drei Jahren übernommen, zehn Marken; bei Tiger of Sweden und Peak Performance zentrale Produktdaten für Großhandel, Filialen, Franchise und OnlineshopMason Companies (Schuhe), Tiger of Sweden, Peak PerformanceGroßen Händlern und Markengruppen mit vielen Lieferanten und Kanälen
Tradebyte (Ansbach, Zalando-Gruppe)Plattform für Marktplatz- und HändleranbindungBevorzugter Integrator für Zalando, Zuordnung der Daten an die Formate der Handelsplattformen; bei Marc O’Polo 20 Anbindungen in zwölf Ländern in neun Monaten; bei Protest Sportswear Marktplatzbestellungen plus 37 %Marc O’Polo, Protest SportswearMarken, deren Wachstum über Zalando und andere Marktplätze läuft, meist neben einem PIM

Weitere Anbieter mit Referenzen aus Mode und Textil: Pimberly (Cotton Traders mit 140.000 Produkten und 92.000 Assets), Kontainer (Les Deux, Pandora), JasperX (Filson, Tumi, Samsonite) und THRON (Schwerpunkt Modemarken).

Unsere Bewertung: Welche Lösung zu welcher Ausgangslage passt

Wir haben die zehn Anbieter an den sieben Anforderungen aus dem ersten Abschnitt gemessen, soweit öffentliche Belege vorliegen. Kein Anbieter deckt alle sieben gleich stark ab: Die einen kommen von Marke und Kanal, die anderen vom Handel, von der Plattform oder vom Stammdatenmanagement. Deshalb unterscheiden wir vier Ausgangslagen.

Ausgangslage 1: Marken mit Großhandel und eigenem Onlineshop

Hier zählt der Weg vom PLM über die Orderphase bis zum Shop. inriver ist bei Carhartt belegt: Daten aus SAP-ERP und PLM laufen im PIM zusammen, die Veröffentlichung dauert halb so lange. Sales Layer bindet bei namuk und Bobux B2B-Plattformen wie NuORDER und JOOR an, Plytix liefert bei Baldinini und Twisted X Feeds und Markenportale je Händler. Akeneo bringt eine eigene Branchenseite mit Größen, Varianten und Digitalem Produktpass mit. Prüfen Sie, ab welchem Zeitpunkt im Saisonverlauf das PIM Daten an Orderplattformen ausgibt und wie Fortführungsartikel übernommen werden.

Ausgangslage 2: Modehändler mit vielen Marken und Lieferanten

Mehrmarkenhändler übernehmen Daten von Hunderten Lieferanten und brauchen schnelle Anreicherung. Centric PXM ist bei DANIELS mit über 200 Marken und rund 3.200 Farbvarianten je Kollektion belegt, Stibo Systems bei Mason Companies mit über einer Million SKUs von mehr als 1.000 Lieferanten. Bluestone PIM verbindet bei Zeeman PLM, Shop und Katalog für über 1.300 Filialen, inriver liefert bei Varner Daten für elf Marken in acht Länder. Prüfen Sie Lieferanten-Onboarding, Prüfregeln und die Übernahme von Größen- und Farbschlüsseln.

Ausgangslage 3: Marken mit Schwerpunkt Marktplätze

Wenn ein großer Teil des Umsatzes über Zalando, Amazon oder About You läuft, entscheiden Formate und Zuordnungen. Tradebyte ist als bevorzugter Integrator von Zalando positioniert und hat bei Marc O’Polo 20 Anbindungen in zwölf Ländern in neun Monaten umgesetzt; Protest Sportswear meldet ein Plus von 37 % bei Marktplatzbestellungen. Tradebyte ersetzt in der Regel kein PIM, sondern ergänzt es. Salsify bedient bei ASICS 67 Kanäle aus einem Datenmodell. Prüfen Sie, wer die Zuordnungen pflegt, wenn ein Marktplatz seine Vorgaben ändert.

Ausgangslage 4: Internationale Marken mit vielen Ländern und Sprachen

Global tätige Marken brauchen ein gemeinsames Datenmodell mit regionaler Freiheit. Salsify ist bei ASICS mit über 500.000 Produkten in vier Regionen belegt, Akeneo bei Kurt Geiger mit rund 700.000 SKUs für 21 Onlineshops. Pimcore betreibt für deuter über 20 Ländershops in bis zu fünf Sprachen und bietet als Open-Source-Plattform viel Gestaltungsfreiheit, braucht dafür aber einen starken Partner. Stibo Systems passt, wenn Produktdaten Teil einer Multi-Domain-Strategie mit Lieferanten- und Standortdaten sind. Prüfen Sie Übersetzungsworkflow, länderspezifische Sortimente und Rechte je Markt.

Unabhängig von der Ausgangslage gilt: Vernichtungsverbot, Herstellerverantwortung und Digitaler Produktpass verlangen Gewicht, Materialanteile und Nachweise je Artikel. Wer diese Angaben heute nur im ERP oder in Tabellen führt, sollte sie bei der PIM-Auswahl mitdenken. Mehr dazu in unserem Beitrag zum Digitalen Produktpass.

Diese Fragen sollten Sie jedem Anbieter stellen

  1. Wie bilden Sie Modell, Farbe und Größe ab, mit EAN je Größe, Vererbung und Größensystemen je Land?
  2. Welche PLM-Systeme sind angebunden, und ab wann im Saisonverlauf kann das PIM Daten an Orderplattformen und Handelspartner ausgeben?
  3. Wie wird die Faserzusammensetzung strukturiert gepflegt und vor dem Kauf in allen Kanälen ausgegeben, einschließlich nicht-textiler Teile tierischen Ursprungs?
  4. Welche Formate für Zalando, Amazon, About You und B2B-Plattformen sind fertig verfügbar, und wer pflegt die Zuordnungen bei Änderungen?
  5. Wie verwalten Sie Umweltaussagen, Siegel und Nachweise je Artikel, und wie verhindern Sie unbelegte Aussagen in Produkttexten?
  6. Können Sie Gewicht und Materialanteile je Artikel für die Herstellerverantwortung und die Offenlegung nach der Ökodesign-Verordnung bereitstellen?
  7. Wie bereiten Sie den Digitalen Produktpass für Textilien vor, etwa mit eindeutigen Kennungen und GS1 Digital Link?
  8. Welche Kunden aus Mode, Schuhen oder Textilien in Deutschland, Österreich oder der Schweiz können wir als Referenz sprechen?

Häufige Fragen

Welches PIM eignet sich für Modeunternehmen?

Das hängt von der Ausgangslage ab. Marken mit Großhandel und eigenem Shop finden Referenzen bei inriver, Akeneo, Sales Layer und Plytix. Mehrmarkenhändler mit vielen Lieferanten landen häufig bei Centric PXM, Stibo Systems oder Bluestone PIM. Wer vor allem über Zalando und andere Marktplätze verkauft, ergänzt das PIM oft um Tradebyte, internationale Marken mit vielen Regionen setzen etwa auf Salsify, Akeneo oder Pimcore.

Muss die Faserzusammensetzung im Onlineshop stehen?

Ja. Nach Art. 16 der Textilkennzeichnungsverordnung muss die Faserzusammensetzung vor dem Kauf deutlich sichtbar sein, auch wenn der Kauf auf elektronischem Wege erfolgt. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs gilt das, sobald die Ware direkt bestellt werden kann. Das PIM sollte die Angaben strukturiert führen und an alle Kanäle ausgeben.

Was bedeutet das Vernichtungsverbot für Produktdaten?

Seit dem 19. Juli 2026 dürfen große Unternehmen unverkaufte Kleidung, Bekleidungszubehör und Schuhe nicht mehr vernichten, mittlere ab dem 19. Juli 2030. Ausnahmen, etwa bei Sicherheitsmängeln, müssen nachgewiesen werden. Zusätzlich legen große Unternehmen Anzahl und Gewicht vernichteter Ware offen. Dafür braucht es je Artikel Kategorie, Gewicht und Mengen, die meist aus ERP und PIM zusammenkommen.

Wann kommt der Digitale Produktpass für Textilien?

Die EU-Kommission plant den delegierten Rechtsakt für Textilien für das vierte Quartal 2027. Die Pflichten gelten erst nach einer Übergangsfrist. Sinnvoll ist schon heute, Materialanteile, Herkunft, Pflege- und Reparaturhinweise sowie eindeutige Kennungen je Artikel strukturiert zu führen.

Brauche ich PLM und PIM?

In den meisten Modeunternehmen ja. Das PLM steuert Entwicklung, Materialien, Lieferanten und Muster, das PIM bereitet die Daten für Handel, Marktplätze und Shop auf. Wichtig ist die Schnittstelle: Bei Zeeman und Carhartt liefert das PLM die Rohdaten ans PIM. Centric Software bietet beide Systeme aus einer Hand.

Ihr nächster Schritt

Markenplattform, Händler-PIM oder Marktplatzanbindung? Wir vergleichen herstellerneutral anhand Ihrer Kollektionen, Ihrer Kanäle und Ihrer Systemlandschaft. Das Erstgespräch ist kostenlos: Termin vereinbaren. Den Ablauf einer strukturierten Auswahl zeigt unsere PIM-Auswahl, eine erste Vorauswahl liefert der PIM-Finder.

Stand: November 2026. Angaben zu Funktionen, Formaten und Schnittstellen laut Herstellerangaben; bitte im Projekt prüfen. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung; Kennzeichnungsfragen bitte mit Ihrer Rechtsberatung abstimmen.

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