Kurz gesagt: Akeneo ist heute ein reines Cloud-PIM für Marken und Händler mit Onlinefokus: schnell eingeführt, modular lizenziert, wenig Spielraum für Eigenentwicklung. Pimcore ist eine Plattform für PIM, MDM, DAM und CMS mit frei definierbarem Datenmodell, die ihre Stärken bei komplexen Daten und eigenen Entwicklerteams ausspielt. Beide waren früher Open Source, beide sind es heute nur noch eingeschränkt.
Akeneo und Pimcore im Vergleich
| Kriterium | Akeneo | Pimcore |
| Herkunft | Nantes, Frankreich, gegründet 2013, Niederlassung in Düsseldorf | Salzburg, Österreich, gegründet 2010 |
| Schwerpunkt | PIM mit Modulen für DAM, Lieferanten-Onboarding und Syndication | Plattform für PIM, MDM, DAM, CMS und Commerce |
| Betrieb | Nur SaaS (Growth, Enterprise) | Selbstbetrieb oder PaaS beim Hersteller |
| Lizenz | Kommerziell; Community Edition seit 30.09.2026 ohne Updates | Pimcore Open Core License: kostenlos nur unter 5 Mio. Euro Jahresumsatz, sonst kommerzielle Edition |
| Datenmodell | Familien, Attribute, Varianten nach festem Schema | Frei definierbar per Klick im Browser, mit Vererbung |
| Einführung | Schnell, Konfiguration statt Entwicklung | Projekt mit Partner oder eigenem Entwicklerteam |
| Kanäle | Modul Activation für mehrere hundert Marktplätze | Ausgabe über Schnittstellen; Konnektoren oft individuell |
| Grenzen | Kein eigener GDSN-Datenpool, kein grafischer Workflow-Designer | Wenige fertige Konnektoren zu ERP und CPQ, Proof of Concept nur über Partner |
| Aktuelle Entwicklung | Übernahme des Pricing-Spezialisten PricingHUB | Verkauf der Mehrheit an Tenzing im August 2026 vereinbart, Kartellfreigabe ausstehend |
Wofür Akeneo steht
Akeneo ist bei Marken und Händlern mit Onlinefokus verbreitet, zu den Kunden zählen etwa ZEG, WÜSTHOF und SLV. Der Kern ist ein gut bedienbares PIM mit Datenqualitätsprüfungen, Taxonomien und Varianten. Was darüber hinausgeht, lizenzieren Sie als Modul: Activation spielt Produktdaten an mehrere hundert Marktplätze aus, der Supplier Data Manager lässt Lieferanten ihre Daten selbst anliefern. Die Kehrseite: Seit Akeneo nur noch SaaS anbietet, ist der Spielraum für Eigenentwicklungen begrenzt, und mit jedem Modul steigen die laufenden Kosten. Mehr im Profil von Akeneo.
Wofür Pimcore steht
Pimcore verbindet Produktdaten, Stammdaten, digitale Medien und Webinhalte auf einer technischen Basis. Das Datenmodell legen Sie selbst fest, was Pimcore für Unternehmen mit komplexen Sortimenten, vielen Datenquellen oder eigenen Entwicklern attraktiv macht. Kunden sind etwa IKEA, LEGO und Bosch. Mit Version 12 hat Pimcore die GPL verlassen: Die Pimcore Open Core License erlaubt die kostenlose Nutzung nur bis 5 Millionen Euro Jahresumsatz und verbietet den Weiterbetrieb als SaaS ohne OEM-Vertrag. Mehr im Profil von Pimcore.
Wann Akeneo, wann Pimcore?
Akeneo passt, wenn
- Sie schnell starten und kein eigenes Entwicklerteam aufbauen wollen,
- Ihr Schwerpunkt auf Onlineshop und Marktplätzen liegt,
- Ihr Datenmodell eher klassisch ist (Produkte, Varianten, Attribute),
- Sie einen SaaS-Betrieb ausdrücklich wollen.
Pimcore passt, wenn
- Sie neben Produktdaten auch Stammdaten, Medien oder Webinhalte zentral steuern wollen,
- Ihr Datenmodell komplex ist, etwa bei technischen Produkten mit vielen Abhängigkeiten,
- Sie das System selbst betreiben oder tief anpassen wollen,
- ein Partner oder ein internes Team die Weiterentwicklung übernimmt.
Wenn beide nicht passen
Wer quelloffen bleiben will, findet in OpenDXP einen GPL-lizenzierten Fork von Pimcore 11. Weitere Optionen zeigen unsere Seiten Akeneo-Alternativen und Open-Source-PIM.
Kosten im Vergleich
Bei Akeneo zahlen Sie eine jährliche SaaS-Lizenz, deren Höhe von Edition und Modulen abhängt; für Enterprise gibt es nur individuelle Angebote. Bei Pimcore fallen ab 5 Millionen Euro Jahresumsatz Lizenzkosten für eine kommerzielle Edition an, deren Preise der Hersteller veröffentlicht. Dazu kommen Betrieb oder PaaS und vor allem die Implementierung durch einen Partner. In der Praxis ist Pimcore deshalb nicht automatisch günstiger: Der Projektaufwand liegt meist höher, die laufende Lizenz oft niedriger. Rechnen Sie über fünf Jahre, inklusive Einführung, Betrieb und interner Aufwände. Orientierung gibt unser Beitrag zu PIM-Kosten.
Häufige Fragen
Ist Akeneo oder Pimcore noch Open Source?
Nur eingeschränkt. Die Akeneo Community Edition erhält seit dem 30. September 2026 keine Updates mehr. Pimcore steht seit Version 12 unter der Pimcore Open Core License, die für Unternehmen ab 5 Millionen Euro Jahresumsatz eine kommerzielle Lizenz verlangt.
Welches System ist schneller eingeführt?
In der Regel Akeneo, weil es als SaaS vorkonfiguriert ist. Pimcore ist ein Entwicklungsprojekt, bietet dafür mehr Gestaltungsspielraum.
Welches System eignet sich für B2B-Hersteller?
Bei technischen Produkten mit komplexen Merkmalen, Stücklisten-Bezug oder mehreren Datendomänen hat Pimcore Vorteile. Liegt der Fokus auf dem Onlinevertrieb über viele Kanäle, kann Akeneo schneller Ergebnisse bringen.
Kann ich von Akeneo zu Pimcore wechseln?
Ja. Familien, Attribute und Varianten lassen sich in Pimcore abbilden. Den größten Aufwand machen meist die Schnittstellen zu Shop, ERP und Marktplätzen.
Ihr nächster Schritt
Akeneo oder Pimcore, oder doch ein drittes System? Wir vergleichen herstellerneutral anhand Ihrer Anforderungen und Ihres Budgets. Das Erstgespräch ist kostenlos: Termin vereinbaren. Den Ablauf einer strukturierten Auswahl zeigt unsere PIM-Auswahl.
Stand: Oktober 2026. Angaben zu Lizenzen, Editionen und Eigentümern beruhen auf Herstellerangaben und öffentlichen Mitteilungen und können sich ändern.