Viamedici EPIM 5 Update 5: Produktdaten per KI befragen, Änderungen in Echtzeit verteilen

Viamedici EPIM 5 Update 5: Data Expert und Event Hub

Viamedici hat am 5. Oktober 2026 Update 5 für seine PIM-Plattform EPIM/5 veröffentlicht. Drei Neuerungen stehen im Mittelpunkt: Mit dem Data Expert lassen sich Produktdaten im Chat befragen, der Event Hub meldet Änderungen in Echtzeit an angebundene Systeme, und ein neuer API-Service bindet KI-Übersetzungsdienste an. Dazu kommen eine KI-gestützte Umrechnung von Maßeinheiten, metadatenbasierte Custom Tabs und Verbesserungen beim Daten-Onboarding. Wir haben Pressemitteilung, Release Notes und die Breaking Changes ausgewertet und zeigen, was das Update im Alltag bringt, was IT-Teams vor dem Einspielen prüfen sollten und wohin die Roadmap führt.

Kurz zusammengefasst

  • Data Expert: Ein KI-Assistent beantwortet Fragen zu Produktdaten im Chat, zeigt, wie er zur Antwort kommt, und berücksichtigt Rollen und Zugriffsrechte. Daten lassen sich suchen, vergleichen und auf Ähnlichkeiten prüfen.
  • Event Hub: Änderungen an Datenobjekten und im Data Store gehen sofort an Shops, Frontends, Marktplätze und andere Systeme. Regelmäßiges Abfragen (Polling) entfällt.
  • Lokalisierung: KI-Übersetzungsdienste lassen sich per API-Service anbinden. Eine KI-gestützte Umrechnung wandelt Zahlenwerte zwischen metrischem und imperialem System um, alle CLDR-Sprach- und Länderkombinationen werden unterstützt.
  • Weitere Neuerungen: Custom Tabs aus JSON-Schemas, eine geführte Tour im Data Onboarding, XML-Vorverarbeitung, bessere Versionsvergleiche und schnellere Attributzuordnung bei großen Datenmengen.
  • Vor dem Update prüfen: Einige Änderungen an CSV-Import und Universal Web Services API verlangen Anpassungen an bestehenden Importprofilen und Schnittstellen.

Viamedici und EPIM 5 im Überblick

Die Viamedici Software GmbH aus Ettlingen entwickelt seit 1999 Software für Produktinformationsmanagement. EPIM deckt PIM, MDM, DAM und Product Experience Management ab und läuft wahlweise On-Premises oder als SaaS. Zu den Kunden zählen Hersteller aus Industrie und Handel wie Knauf, REHAU und Metabo. Mehr dazu in unserem Anbieterprofil zu Viamedici.

Viamedici entwickelt EPIM/5 über nummerierte Updates weiter. Update 5 setzt den KI-Schwerpunkt um, den der Hersteller für 2026 angekündigt hat. Michael Bauer, Head of Research and Development bei Viamedici, fasst das Ziel in der Pressemitteilung so zusammen: „Mit Update 5 wird der Weg von der Frage zur Antwort so kurz wie möglich.“

Data Expert: Fragen an die Produktdaten im Chat

Wer heute in einem PIM eine fachliche Frage beantworten will, braucht meist Suchmasken, Filter und Wissen über das Datenmodell. Wie viele Artikel einer Serie haben noch keine englische Beschreibung? Welche Varianten unterscheiden sich nur in einem Attribut? Solche Fragen landen oft bei wenigen Systemexperten.

Der Data Expert setzt hier an. Anwender stellen ihre Frage in natürlicher Sprache, der KI-Assistent sucht die passenden Daten, vergleicht sie und zeigt Ähnlichkeiten zwischen Datensätzen. Er ist in EPIM über das neue Menü „KI-Tools“ erreichbar. Zwei Punkte sind für den Unternehmenseinsatz wichtig:

  • Nachvollziehbarkeit: Der Data Expert zeigt, wie er zu einer Antwort kommt. Das macht Ergebnisse prüfbar, statt sie als Blackbox hinzunehmen.
  • Rechte und Rollen: Der Assistent berücksichtigt die Zugriffsrechte der Anwender. Wer bestimmte Hierarchien nicht sehen darf, bekommt sie auch im Chat nicht angezeigt.

Administratoren steuern den Einsatz über eigene Systemparameter. Der Data Expert ist laut Release Notes eine zusätzlich lizenzierbare Funktion.

Der praktische Nutzen: Produktmanagement, Vertrieb und Service kommen ohne Umweg über die PIM-Experten an Antworten. Das gilt allerdings nur so weit, wie die Daten gepflegt und sauber strukturiert sind. Ein KI-Assistent macht Lücken im Datenmodell schneller sichtbar, er schließt sie nicht.

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Event Hub: Änderungen sofort statt beim nächsten Sync

Viele PIM-Landschaften verteilen Daten noch im Takt: Ein Shop, ein Marktplatz-Connector oder ein ERP fragt regelmäßig nach, ob sich etwas geändert hat, oder wartet auf den nächtlichen Export. Das kostet Last und führt dazu, dass Preise, Texte oder Bilder in den Kanälen hinterherhinken.

Mit dem Event Hub dreht EPIM das Prinzip um. Sobald sich in EPIM oder im Data Store etwas ändert, erhalten angebundene Systeme automatisch eine Nachricht. Laut Release Notes deckt Update 5 diese Ereignisse ab:

Bereich Ereignisse
Datenobjekte und Unterobjekte in EPIMneu angelegt, gelöscht, geändert (Metadaten, Status, Attributwerte, Verschieben in Hierarchien, geänderte Dictionary-Einträge)
Produkte und Varianten im Data Storeveröffentlichte Daten neu angelegt oder geändert
Hierarchien im Data Storeneu angelegt oder geändert
Assets im Data Storeneu angelegt oder geändert
Datentabellen und redaktionelle Tabellenneu angelegt oder geändert

Für Unternehmen mit vielen Kanälen ist das ein spürbarer Schritt. Eine Preis- oder Textänderung kann so ohne Verzögerung im Shop, auf dem Marktplatz oder im Kundenportal ankommen. Auch für KI-Agenten ist das wichtig: Sie arbeiten nur dann zuverlässig, wenn sie auf aktuelle Daten zugreifen und auf Änderungen reagieren können. Mehr dazu, wie Agenten an Produktdaten andocken, lesen Sie in unserem Beitrag zu MCP und Agentic Commerce.

Wie bei jeder ereignisgesteuerten Architektur gilt: Die Zielsysteme müssen Ereignisse auch verarbeiten können. Wer heute mit nächtlichen Exporten arbeitet, sollte die Umstellung als eigenes Integrationsprojekt planen, mit Fehlerbehandlung, Wiederholungslogik und Monitoring. Der Event Hub ist ebenfalls eine zusätzlich lizenzierbare Funktion.

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Lokalisierung: KI-Übersetzung und Einheiten für internationale Märkte

Wer Produkte in viele Länder verkauft, kennt den Aufwand: Texte müssen übersetzt, Maßangaben umgerechnet und Sprachvarianten sauber gepflegt werden. Update 5 setzt an drei Stellen an:

  • KI-Übersetzungsdienste: Über einen neuen API-Service lassen sich KI-Übersetzungsdienste anbinden, die Inhalte automatisiert übersetzen und synchronisieren. Administratoren legen den Einsatz über eigene Systemparameter fest.
  • KI-gestützte Umrechnung von Maßeinheiten: Numerische Attributwerte werden automatisch zwischen metrischem und imperialem System umgerechnet. Die Funktion lässt sich als Web-Service-Operation nutzen und über Custom Tabs in die Oberfläche einbinden. Das ist besonders für Hersteller interessant, die nach Nordamerika liefern.
  • Sprachen und Länder nach CLDR: EPIM unterstützt alle standardisierten Sprach- und Länderkombinationen nach dem Unicode-Standard CLDR. Neu ist außerdem die Oberflächensprache „Global English“.

Was das Update sonst noch mitbringt

Neben den drei Schwerpunkten enthält Update 5 eine Reihe kleinerer Verbesserungen, die laut Viamedici zum Teil auf Kundenfeedback zurückgehen:

  • Custom Tabs auf Basis von Metadaten: Administratoren beschreiben ein Formular als JSON-Schema, EPIM erzeugt daraus automatisch einen eigenen Reiter. So entstehen kundenspezifische Pflegeoberflächen ohne Programmierung.
  • Data Onboarding: Eine geführte Tour erklärt beim ersten Start die wichtigsten Schritte des Imports. Upload-Einstellungen bündeln CSV-Einstellungen und Vorverarbeitung, XML-Dateien lassen sich vorverarbeiten, und bei erneutem Upload einer Datei werden Sprache, Zielhierarchie, Mapping und Importprofil automatisch vorbelegt.
  • Versionierung: Im Datenvergleich sind jetzt auch Beziehungen und vererbte Beziehungen sichtbar.
  • Bedienung: Dictionary-Gruppen lassen sich direkt beim Anlegen eines Attributs erstellen, Exporte aus Suche und PowerSearch erlauben eine freie Auswahl an Einträgen, und die Attributansicht zeigt bei Vererbung, von welchem Knoten ein Wert stammt.
  • Performance: Das Kopieren von Attributzuordnungen in andere Hierarchien läuft über einen eigenen Service und verarbeitet große Datenmengen schneller.
  • Universal API: Die Universal Web Services API wurde erweitert, ebenso der CSV-Import.

Was IT-Teams vor dem Update prüfen sollten

Update 5 bringt einige Änderungen mit, die bestehende Importe und Schnittstellen betreffen. Viamedici dokumentiert sie in den Breaking Changes. Wer EPIM über Importprofile oder die Universal Web Services API angebunden hat, sollte diese Punkte vor dem Einspielen prüfen:

Bereich Änderung Was zu tun ist
CSV-Import von AttributwertenDie Reihenfolge mehrfacher Werte ergibt sich nicht mehr aus der Zeilenfolge, sondern aus dem neuen Schlüssel „ValueOrder“.Importprofile um die Zuordnung ergänzen, sonst startet der Import nicht.
Web Services Product, Element, Hierarchy, ContentAttributeAssignmentDer Übergangsparameter „withLegacyFormat“ entfällt. Datum und Zahlen kommen nur noch im neuen Standardformat.Schnittstellen prüfen, die den Parameter noch nutzen oder alte Formate erwarten.
Web Services createSync und createAsyncBei gesperrten oder schreibgeschützten Knoten gibt es jetzt eigene Fehlercodes statt einer Erfolgsmeldung.Fehlerbehandlung der Schnittstellen anpassen.
Web Services setProductattributes (auch asynchron)Dictionary-Einträge werden standardmäßig nur noch in der zugewiesenen Dictionary-Gruppe gesucht. Mehrere Treffer führen zu einem Fehler.Prüfen, ob Schnittstellen Einträge aus anderen Gruppen nutzen; bei Bedarf den neuen Parameter setzen.

Außerdem heißen Daemon-Prozesse ab Update 5 in Dokumentation und Oberfläche „Services“, und die alten PDK-Prozessprotokolle werden nicht mehr unterstützt. Unser Rat: Das Update zuerst in einer Testumgebung einspielen und alle Importprofile und Schnittstellen dort einmal durchlaufen lassen. Die Änderungen sind sinnvoll, weil sie Daten sauberer machen und Fehler sichtbar statt still zulassen. Sie verlangen aber eine kurze, geplante Prüfung.

Ausblick: Von KI-Funktionen zur agentischen Plattform

Update 5 ist Teil eines größeren Plans. Die EPIM-Roadmap von Viamedici (Stand Sommer 2026) beschreibt 2026 als das Jahr, in dem KI im Produkt ankommt. Neben dem Data Expert und dem Event Hub nennt sie für 2026 auch KI-Übersetzung, KI-gestützte Texterstellung und neue Endpunkte für Headless-Szenarien.

Für 2027 kündigt Viamedici den nächsten Schritt an, die „agentische Plattform“. Geplant sind unter anderem:

  • ein MCP-Server als Grundlage für autonome PIM- und MDM-Abläufe mit KI-Agenten,
  • ein No-Code Agent Builder, mit dem Fachbereiche Agenten per Drag-and-Drop erstellen, testen und ausrollen,
  • ein AI Data Quality Check, der Ausreißer, Lücken und Inkonsistenzen mit Begründung erkennt,
  • ein AI Hub, der Anbieter, Modelle, Kosten und Governance zentral steuert,
  • Human-in-the-Loop-Freigaben, bei denen das System bei hoher Sicherheit automatisch entscheidet und im Zweifel ein Mensch,
  • eine GraphQL-Schnittstelle und ein erweiterter Event Hub über Stammdaten, Hierarchien, Assets und Versionen hinweg.

Für 2028 und 2029 skizziert die Roadmap Syndizierung, Golden Records im MDM, KI-Governance mit Blick auf den EU AI Act und schließlich eine Plattform, auf der mehrere Agenten zusammenarbeiten. Wie bei jeder Roadmap gilt: Termine und Umfang können sich ändern. Die Richtung ist aber klar und deckt sich mit dem, was wir im Markt sehen: PIM wird zur Datenbasis für KI-Agenten.

Unsere Einschätzung

Update 5 ist ein substanzielles Update. Viamedici liefert nicht nur einen Chat-Assistenten, sondern auch die Infrastruktur, die KI im PIM erst sinnvoll macht: Echtzeit-Ereignisse für angebundene Systeme, eine anbindbare KI-Übersetzung und Funktionen für saubere internationale Daten. Der Data Expert mit sichtbarem Lösungsweg und Rechteprüfung zeigt, dass der Hersteller die Anforderungen von Unternehmen an Nachvollziehbarkeit ernst nimmt.

Zwei Punkte sollten Kunden im Blick behalten. Erstens sind Data Expert und Event Hub zusätzlich lizenzierbar; der Nutzen sollte also vorab für die eigenen Anwendungsfälle bewertet werden. Zweitens verlangen die Breaking Changes eine geplante Prüfung von Importen und Schnittstellen. Wer das früh einplant, kommt ohne Überraschungen durch das Update.

Für Unternehmen, die ein PIM für KI-gestützte Produktdatenprozesse auswählen, gehört Viamedici mit diesem Update und der angekündigten Roadmap aus unserer Sicht auf die Liste der Anbieter, die man sich genauer ansehen sollte. Wie wir Anbieter herstellerneutral vergleichen, beschreiben wir in unserer PIM-Auswahl.

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FAQ

Was ist neu in Viamedici EPIM 5 Update 5?

Die wichtigsten Neuerungen sind der Data Expert, ein KI-Assistent für Fragen zu Produktdaten im Chat, der Event Hub für die Verteilung von Änderungen in Echtzeit und ein API-Service zur Anbindung von KI-Übersetzungsdiensten. Dazu kommen eine KI-gestützte Umrechnung von Maßeinheiten, metadatenbasierte Custom Tabs, Verbesserungen im Data Onboarding und Performance-Optimierungen.

Was ist der Data Expert in EPIM?

Der Data Expert ist ein KI-Assistent im Menü „KI-Tools“. Anwender stellen Fragen zu Produktdaten in natürlicher Sprache und erhalten Antworten mit nachvollziehbarem Lösungsweg. Der Assistent sucht und vergleicht Daten, erkennt Ähnlichkeiten und berücksichtigt Rollen und Zugriffsrechte.

Was macht der Event Hub?

Der Event Hub informiert angebundene Systeme sofort, wenn sich Daten in EPIM oder im Data Store ändern, etwa beim Anlegen, Ändern oder Löschen von Datenobjekten, Hierarchien, Assets oder Tabellen. Zielsysteme müssen dadurch nicht mehr regelmäßig nachfragen.

Muss ich vor dem Update Schnittstellen anpassen?

Möglicherweise. Betroffen sind CSV-Importprofile für Attributwerte mit mehreren Werten, Schnittstellen, die noch den Parameter „withLegacyFormat“ nutzen, die Fehlerbehandlung bei createSync und createAsync sowie die Suche nach Dictionary-Einträgen bei setProductattributes. Viamedici beschreibt die Details in den Breaking Changes zu Update 5.

Plant Viamedici einen MCP-Server für KI-Agenten?

Ja. Laut EPIM-Roadmap ist für 2027 ein MCP-Server als Grundlage für agentische Workflows geplant, zusammen mit einem No-Code Agent Builder und einem zentralen AI Hub.

Quellen

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