Kurz gesagt: Seit dem 30. September 2026 bekommt die Akeneo Community Edition keine Updates mehr, Akeneo setzt ganz auf seine SaaS-Plattform. Wer quelloffen bleiben will, schaut sich OpenDXP, AtroPIM oder UnoPim an. Wer ein schlankes Cloud-PIM sucht, findet bei Plytix, Sales Layer oder Quable passende Alternativen. Für große Sortimente und viele Kanäle kommen inriver, Salsify oder Centric PXM in Frage, für lokalen Support in Deutschland Perfion oder xmedia PIM.
Warum Unternehmen eine Alternative zu Akeneo suchen
Akeneo ist eines der bekanntesten PIM-Systeme. Groß geworden ist es mit einer kostenlosen Open-Source-Version. Davon hat sich der Hersteller verabschiedet:
- Ende der Community Edition: Version 7 war die letzte Version zum Selbstbetrieb. Seit dem 30. September 2026 gibt es dafür keine Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen mehr. Dasselbe gilt für die PaaS-Variante Flexibility. Die Software läuft weiter, aber jedes Update von PHP, Symfony oder MySQL wird zum Risiko.
- Nur noch SaaS: Neue Funktionen gibt es ausschließlich in der Cloud-Plattform (Growth und Enterprise). Wer das System im eigenen Rechenzentrum betreiben muss, hat bei Akeneo keine aktuelle Option mehr.
- Kosten: Aus einem kostenlosen System wird eine jährliche Lizenz, dazu kommen Module wie DAM, Lieferanten-Onboarding oder Syndication.
- Funktionale Lücken: Akeneo betreibt keinen eigenen GDSN-Datenpool, und ein grafischer Workflow-Designer fehlt. Für Konsumgüterhersteller oder Unternehmen mit komplexen Freigaben kann das den Ausschlag geben.
Wann Akeneo trotzdem die richtige Wahl ist
Ein Wechsel ist kein Selbstzweck. Akeneo passt weiterhin gut, wenn Sie Marke oder Händler mit Onlinefokus sind, eine moderne SaaS-Lösung wollen und von Modulen wie Activation (Ausspielung an mehrere hundert Marktplätze) oder dem Supplier Data Manager profitieren. Wer heute die Community Edition nutzt und ohnehin in die Cloud wollte, sollte Akeneo SaaS deshalb fair mit den Alternativen vergleichen. Details im Akeneo-Profil.
Akeneo-Alternativen auf einen Blick
| Alternative | Typ und Lizenz | Herkunft | Passt besonders für |
| OpenDXP | Open Source (GPLv3), Selbstbetrieb | Fork von Pimcore 11, gestartet 2026 | Teams mit eigener Entwicklung, die quelloffen bleiben wollen |
| AtroPIM | Open Source mit kostenpflichtigen Erweiterungen | Regensburg, Deutschland | Mittelstand, der ein flexibles, quelloffenes PIM sucht |
| UnoPim | Open Source (MIT), optional gehostet | Indien (Webkul) | Kleine Teams mit schmalem Budget |
| Pimcore | Open Core (POCL), Selbstbetrieb oder PaaS | Salzburg, Österreich | Komplexe Datenmodelle mit PIM, MDM und DAM |
| Plytix | SaaS mit öffentlichen Preisen | Málaga, Spanien | Kleine und mittlere Marken und Händler |
| Sales Layer | SaaS, 30 Tage Test | Valencia, Spanien | Hersteller mit B2B-Vertrieb und vielen Konnektoren |
| Quable | SaaS mit DAM | Paris, Frankreich | Marken und Händler, die PIM und DAM zusammen wollen |
| inriver | SaaS | Malmö, Schweden | Hersteller und Marken mit vielen Kanälen |
| Salsify | SaaS, PXM mit Digital Shelf Analytics | Boston, USA | Konsumgütermarken mit Handelspartnern |
| Centric PXM | SaaS (früher Contentserv) | Centric Software, Teil von Dassault Systèmes | Enterprise mit PIM, DAM und Syndication in einer Plattform |
| Perfion | SaaS | Boyum IT Solutions, Deutschland-Sitz Aachen | Hersteller und Großhändler, oft mit Microsoft Dynamics |
| xmedia PIM | On-Premises oder SaaS | Büren, Deutschland | Handel und Industrie mit Wunsch nach deutschem Anbieter |
Die Alternativen nach Ausgangslage
Sie wollen quelloffen bleiben
OpenDXP ist ein Fork der letzten frei lizenzierten Pimcore-Version 11, initiiert von der Schweizer Agentur DACHCOM.DIGITAL und dauerhaft unter GPLv3. PIM, DAM, Headless CMS und Commerce teilen sich eine Code-Basis. AtroPIM der AtroCore GmbH aus Regensburg setzt auf einen Headless-Ansatz und finanziert sich über kostenpflichtige Erweiterungen. UnoPim von Webkul basiert auf Laravel, steht unter MIT-Lizenz und lässt sich auch gehostet nutzen. Pimcore selbst ist seit dem Lizenzwechsel zur Pimcore Open Core License nur noch für Unternehmen unter 5 Millionen Euro Jahresumsatz kostenlos, darüber brauchen Sie eine kommerzielle Edition. Mehr dazu in unserem Beitrag zu OpenDXP und dem Pimcore-Lizenzwechsel.
Sie suchen ein schlankes Cloud-PIM
Plytix veröffentlicht seine Preise und ist auf kleine und mittlere Unternehmen ausgerichtet. Sales Layer bringt ein DAM und viele fertige Konnektoren mit und lässt sich 30 Tage testen. Quable verbindet PIM und DAM und gehört seit Ende 2024 mehrheitlich zu Ibexa. Auch Ergonode mit kostenlosem Einstieg bis 1.000 Produkte kann für den Start passen.
Sie haben große Sortimente und viele Kanäle
inriver ist bei Herstellern und Marken weit verbreitet. Salsify verbindet PIM mit Analysen des digitalen Regals und ist bei Konsumgütermarken stark. Centric PXM, die Weiterentwicklung von Contentserv, vereint PIM, DAM, Syndication und Digital Shelf Analytics. Wer zusätzlich Stammdaten über Produkte hinaus steuern muss, findet passende Systeme unter MDM-Software.
Sie wollen einen Anbieter mit Sitz oder Niederlassung in Deutschland
Perfion gehört zu Boyum IT Solutions mit deutschem Sitz in Aachen und ist oft in Kombination mit Microsoft Dynamics im Einsatz. xmedia PIM von myview systems aus Büren gibt es zum Selbstbetrieb und als SaaS, was für Akeneo-Nutzer interessant ist, die nicht in die Cloud wollen oder dürfen.
Was ein Wechsel von Akeneo bedeutet
Die gute Nachricht: Akeneo-Daten lassen sich gut exportieren, und das Datenmodell aus Familien, Attributen und Varianten findet sich in den meisten PIM-Systemen wieder. Planen Sie trotzdem diese Punkte ein:
- Datenmodell: Familien, Varianten und Kategorien müssen im neuen System abgebildet werden. Das ist die Gelegenheit, Altlasten aufzuräumen.
- Medien: Bilder und Dokumente liegen bei Akeneo oft im Asset Manager oder in einem externen DAM. Klären Sie früh, wohin sie umziehen.
- Schnittstellen: Konnektoren zu Shop, ERP und Marktplätzen sind meist der größte Aufwand. Prüfen Sie, welche fertig verfügbar sind.
- Regeln und Workflows: Anreicherungsregeln und Freigaben lassen sich selten eins zu eins übertragen.
- Zeitplan: Für mittelgroße Installationen sollten Sie mit drei bis sechs Monaten rechnen. Was ein PIM-Projekt kostet, zeigt unser Beitrag zu PIM-Kosten.
Häufige Fragen
Kann ich die Akeneo Community Edition weiter nutzen?
Technisch ja, die Software läuft weiter und der Quellcode bleibt verfügbar. Seit dem 30. September 2026 gibt es aber keine Sicherheitsupdates mehr. Für ein System, das an Shop und ERP angebunden ist, ist das auf Dauer ein Risiko.
Was ist die beste Open-Source-Alternative zu Akeneo?
Das hängt von Ihrem Team ab. OpenDXP ist am mächtigsten, setzt aber Entwicklerwissen in PHP und Symfony voraus. AtroPIM und UnoPim sind leichter einzuführen. Eine Übersicht bietet unsere Seite Open-Source-PIM.
Ist Akeneo SaaS teurer als die Alternativen?
Akeneo veröffentlicht nur für die Einstiegsedition Preise, Enterprise wird individuell angeboten. Cloud-PIMs wie Plytix liegen im Einstieg deutlich darunter, Enterprise-Plattformen wie Salsify oder inriver in einer ähnlichen Größenordnung. Vergleichen Sie die Gesamtkosten über fünf Jahre inklusive Einführung und Modulen.
Wie lange dauert ein Wechsel von Akeneo?
Bei einem klaren Datenmodell und wenigen Schnittstellen sind drei Monate realistisch, bei vielen Kanälen und Eigenentwicklungen eher sechs Monate oder mehr.
Ihr nächster Schritt
Sie nutzen Akeneo und überlegen einen Wechsel? Wir prüfen herstellerneutral, ob sich der Umstieg lohnt, welche zwei oder drei Alternativen zu Ihren Anforderungen passen und mit welchem Aufwand Sie rechnen müssen. Das Erstgespräch ist kostenlos: Termin vereinbaren. Wie eine strukturierte Auswahl abläuft, zeigt unsere PIM-Auswahl, alle Systeme finden Sie in der Übersicht der PIM-Anbieter.
Stand: Oktober 2026. Angaben zu Lizenzen und Editionen beruhen auf Herstellerangaben und können sich ändern.