Open-Source-PIM im Vergleich 2026: Alle freien PIM-Systeme

Open-Source-PIM im Vergleich

Kurz gesagt: Wirklich freie PIM-Systeme mit offener Lizenz gibt es 2026 nur noch wenige: AtroPIM, OpenDXP und KennerPIM stehen unter der GPLv3, UnoPim unter der MIT-Lizenz, die Community Edition von Akeneo unter der OSL 3.0. Pimcore ist seit Version 12 kein Open Source im strengen Sinn mehr, sondern „Open Core“, und Ergonode hat sein offenes Projekt eingestellt. Für Pimcore-11-Anwender ist OpenDXP der naheliegende Weg, für Unternehmen aus dem Mittelstand mit Wunsch nach einem deutschen Hersteller AtroPIM, für Entwicklerteams mit Shopify- oder WooCommerce-Fokus UnoPim.

Alle Open-Source-PIM-Systeme im Überblick

SystemLizenzHerkunftSchwerpunktKostenpflichtige Angebote
AtroPIMGPLv3AtroCore GmbH, Regensburg (früher TreoPIM)Headless-PIM, Datenmodell ohne Programmierung anpassbarSaaS ab rund 400 Euro im Monat, Premium-Module zum Kauf
OpenDXPGPLv3Community-Projekt, angestoßen von DACHCOM (Schweiz), Start Februar 2026Fork von Pimcore 11: PIM, MDM, DAM, Headless CMS und Commercekeine Lizenz, Leistungen über Agenturen und Partner
UnoPimMITWebkul, Noida (Indien)PIM mit DAM auf Laravel, Konnektoren für Shopify, Magento, WooCommerce, Odoogehostetes Paket ab rund 50 US-Dollar im Monat
Akeneo Community EditionOSL 3.0Akeneo, Nantes (Niederlassung Düsseldorf)Kern-PIM für Marken und HändlerCloud-Editionen mit DAM, Lieferanten-Onboarding und Syndication
KennerPIMGPLv3Kenner Soft Service GmbH, StutenseePIM auf Basis von TreoPIM, Anbindungen an Shopware, OXID, MagentoEinführung, Anpassung und Support durch die Agentur
Pimcorebis Version 11 GPLv3, ab Version 12 Pimcore Open Core LicensePimcore, SalzburgPlattform für PIM, MDM, DAM und CMSkostenpflichtige Editionen; ab Version 12 freie Nutzung nur bis 5 Mio. Euro Jahresumsatz

Nicht mehr in dieser Liste: Ergonode startete als Open-Source-PIM, das öffentliche Repository auf GitHub ist seit 2023 archiviert. Heute bietet Ergonode Cloud-Tarife an, darunter einen dauerhaft kostenlosen Einstieg für bis zu 1.000 Produkte.

Was die Lizenz für Sie bedeutet

Open Source heißt nicht nur „kostenlos“. Entscheidend ist, was die Lizenz erlaubt. Die GPLv3 (AtroPIM, OpenDXP, KennerPIM) erlaubt Nutzung und Anpassung ohne Einschränkung nach Unternehmensgröße, verlangt aber, dass weitergegebene Änderungen ebenfalls unter der GPL stehen. Die MIT-Lizenz von UnoPim ist noch freier und erlaubt auch eigene SaaS-Angebote. Die OSL 3.0 von Akeneo ist ebenfalls eine anerkannte Open-Source-Lizenz.

Anders bei Pimcore: Ab Version 12 (Release 2025.1) gilt die Pimcore Open Core License. Der Quellcode bleibt einsehbar, kostenlos nutzen dürfen die Community Edition aber nur Unternehmen bis 5 Millionen Euro Jahresumsatz, und wer Pimcore als SaaS für Dritte betreibt, braucht eine OEM-Lizenz. Die Versionen bis 11 bleiben unter GPLv3. Genau aus dieser Lücke ist OpenDXP entstanden. Die Details stehen in unserem Vergleich Pimcore vs. OpenDXP.

Wie aktiv die Projekte sind

Bei Open Source zählt die Community genauso wie die Lizenz. Ein Blick auf die öffentlichen Repositories im Oktober 2026: AtroPIM, OpenDXP, UnoPim, Pimcore und die Akeneo Community Edition wurden im Oktober 2026 aktualisiert. UnoPim hat mit über 11.000 GitHub-Sternen die größte sichtbare Community. Das KennerPIM-Repository wurde zuletzt im Juli 2025 aktualisiert, das von Ergonode im Februar 2023. Akeneo entwickelt neue Funktionen vor allem für seine kostenpflichtigen Cloud-Editionen. Lassen Sie sich deshalb zeigen, welche Funktionen in der Community Edition enthalten sind.

Welches Open-Source-PIM passt zu Ihnen?

OpenDXP, wenn

  • Sie heute Pimcore 11 einsetzen und bei einer freien Lizenz bleiben wollen,
  • Sie PIM, DAM und Webinhalte auf einer Plattform brauchen,
  • eine erfahrene Symfony-Agentur oder eigene Entwickler zur Verfügung stehen.

AtroPIM, wenn

  • Sie einen Hersteller aus Deutschland mit Support und optionalem SaaS-Betrieb suchen,
  • das Datenmodell ohne Programmierung angepasst werden soll,
  • Sie später auf Premium-Module wie die Datenqualitätsprüfung erweitern wollen.

UnoPim, wenn

  • Ihr Team mit Laravel arbeitet oder eine Agentur dafür hat,
  • Sie Shopify, Magento, WooCommerce oder Odoo anbinden,
  • die freie MIT-Lizenz wichtig ist, etwa für eigene Angebote auf Basis des PIM.

KennerPIM, wenn

  • Sie ohnehin mit einer Shopware-, OXID- oder Magento-Agentur arbeiten,
  • Einführung und Betrieb komplett in die Hände der Agentur gehen sollen.

Akeneo Community Edition oder Pimcore, wenn

  • Sie mit der kostenlosen Version starten und später in die kostenpflichtigen Editionen des Herstellers wechseln wollen,
  • bei Pimcore: Ihr Unternehmen unter 5 Millionen Euro Jahresumsatz liegt oder Sie eine Edition lizenzieren.

Was ein Open-Source-PIM wirklich kostet

Die Lizenz ist kostenlos, das Projekt nicht. Einführung, Datenmodell, Schnittstellen zu ERP und Shop, Hosting, Updates und Sicherheitspatches kosten Zeit oder Dienstleisterbudget. Bei mehreren Anbietern stecken wichtige Funktionen zudem in kostenpflichtigen Modulen oder Editionen. Rechnen Sie deshalb über fünf Jahre und vergleichen Sie die Gesamtkosten mit lizenzierten Systemen, die Betrieb und Weiterentwicklung mitbringen. Orientierung gibt unser Beitrag zu PIM-Kosten, Grundlagen erklärt der Eintrag Open-Source-PIM in unserem PIM-Wiki.

Wenn ein freies System nicht genügt, zeigen unsere Seiten Pimcore-Alternativen und Akeneo-Alternativen weitere Optionen. Alle Systeme mit offener Lizenz finden Sie auch im Filter Open Source unserer Anbieterübersicht.

Häufige Fragen

Welche PIM-Systeme sind 2026 noch Open Source?

AtroPIM, OpenDXP und KennerPIM unter der GPLv3, UnoPim unter der MIT-Lizenz und die Akeneo Community Edition unter der OSL 3.0. Pimcore steht nur bis Version 11 unter der GPLv3, ab Version 12 gilt die Pimcore Open Core License.

Ist Pimcore noch Open Source?

Nur bis Version 11. Ab Version 12 gilt die Pimcore Open Core License: Der Code bleibt einsehbar, die kostenlose Nutzung ist aber auf Unternehmen bis 5 Millionen Euro Jahresumsatz begrenzt, und der Betrieb als SaaS für Dritte braucht eine OEM-Lizenz. Eine freie Weiterentwicklung von Pimcore 11 ist OpenDXP.

Gibt es ein Open-Source-PIM aus Deutschland?

Ja. AtroPIM kommt von der AtroCore GmbH aus Regensburg, KennerPIM von der Kenner Soft Service GmbH aus Stutensee bei Karlsruhe. OpenDXP wurde von der Schweizer Agentur DACHCOM angestoßen.

Ist ein Open-Source-PIM günstiger als ein lizenziertes System?

Nicht automatisch. Es fallen keine Lizenzgebühren an, aber Einführung, Betrieb, Updates und Anpassungen tragen Sie selbst oder über einen Partner. Über fünf Jahre gerechnet kann ein lizenziertes System mit Hersteller-Support gleich teuer oder günstiger sein.

Ihr nächster Schritt

Open Source oder lizenziert, und welches System genau? Wir vergleichen herstellerneutral anhand Ihres Datenmodells, Ihrer Kanäle und Ihrer IT-Ressourcen. Das Erstgespräch ist kostenlos: Termin vereinbaren. Den Ablauf einer strukturierten Auswahl zeigt unsere PIM-Auswahl.

Stand: Oktober 2026. Angaben zu Lizenzen, Preisen und Versionen beruhen auf Herstellerangaben und den öffentlichen Repositories und können sich ändern.

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