PIM für Lebensmittel und Getränke: Anbieter im Vergleich 2026

PIM für Lebensmittel und Getränke: Zehn Anbieter im Vergleich, bewertet nach Ausgangslage

Kurz gesagt: In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie entscheidet die Ausgangslage über das passende PIM, nicht der Name des Anbieters. Wer an den Lebensmittelhandel liefert, braucht vollständige Pflichtangaben nach der Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) und saubere Stammdaten im GDSN; 2026 und 2027 kommen PFAS-Grenzwerte für Lebensmittelverpackungen, strengere Regeln für Umweltaussagen und die EU-Entwaldungsverordnung hinzu. Wir haben zehn Anbieter an sieben Anforderungen gemessen: Pflichtangaben, Rezeptur und Spezifikation, GDSN und Handelsstammdaten, Verpackung und Artwork, Nachhaltigkeit und Herkunft, Besonderheiten bei Getränken sowie Digital Shelf und 2D-Code. Daraus ergeben sich fünf typische Ausgangslagen: Markenhersteller mit Listung im Lebensmittelhandel; Hersteller mit Rezeptur- und Verpackungsprozessen; Getränke- und Weinbranche; Direktvertrieb und Onlinehandel; Konzerne mit globaler Stammdatenstrategie. Welche Lösung zu welcher Ausgangslage passt, zeigt unsere Bewertung im Anschluss an den Vergleich.

Was ein PIM für Lebensmittel und Getränke können muss

  • Pflichtangaben nach LMIV: Bezeichnung, Zutatenverzeichnis, Allergene, Mengenangaben, Nettofüllmenge, Lebensmittelunternehmer, Herkunft (wo vorgeschrieben), Alkoholgehalt ab 1,2 Vol.-% und Nährwertdeklaration müssen je Artikel und Sprache strukturiert vorliegen. Im Onlinehandel müssen diese Angaben schon vor dem Kaufabschluss verfügbar sein, nur das Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum erst bei der Lieferung (Art. 14 LMIV).
  • Rezeptur und Spezifikation: Zutaten, Allergene und Nährwerte entstehen in Entwicklung und Qualitätssicherung. Ändert sich die Rezeptur, müssen Etikett, Onlineshop und Handelsdaten gleichzeitig nachziehen, und das geänderte Produkt muss eindeutig erkennbar sein. Das PIM braucht dafür eine saubere Anbindung an Spezifikations- oder PLM-Systeme und eine Versionierung der Deklaration.
  • GDSN und Handelsstammdaten: Der Lebensmittelhandel fordert Stammdaten nach GS1-Standard über das GDSN, einschließlich Logistikhierarchie von der Verkaufseinheit bis zur Palette. GS1 Germany stellt dafür ein Mapping der LMIV-Angaben auf GDSN-Attribute bereit. Das PIM muss an einen Datenpool angebunden sein, etwa 1WorldSync (dazu gehört seit Mai 2023 atrify), BYRD von BAYARD oder Syndigo.
  • Verpackung und Artwork: Deklarationstexte, Logos, Stanzkonturen und Druckdaten gehören zu einem Freigabeprozess mit Marketing, Qualitätssicherung und Druckerei. Seit dem 12. August 2026 gelten nach der Verpackungsverordnung (EU) 2025/40 PFAS-Grenzwerte für Lebensmittelverpackungen; die neue Kennzeichnung der Verpackungsmaterialien folgt voraussichtlich 2029.
  • Nachhaltigkeit, Herkunft und Claims: Seit dem 27. September 2026 sind in Deutschland allgemeine Umweltaussagen wie „klimaneutral“ nur noch mit Nachweis erlaubt, Nachhaltigkeitssiegel nur mit anerkanntem Zertifizierungssystem. Ab dem 30. Dezember 2026 verlangt die Entwaldungsverordnung (EUDR) Sorgfaltserklärungen unter anderem für Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja und Rind. Das PIM sollte Claims, Siegel und Nachweise je Artikel führen und Referenzen auf die Erklärungen speichern können.
  • Besonderheiten bei Getränken: Seit dem 8. Dezember 2023 brauchen Weine ein Zutatenverzeichnis und eine Nährwertdeklaration; beides darf über einen QR-Code online bereitgestellt werden, der Brennwert und die Allergene bleiben auf dem Etikett. Der Getränkefachgroßhandel bezieht Stammdaten in Deutschland häufig über getITEM der GEDAT. Dazu kommen Gebinde, Kästen und Mehrweg.
  • Digital Shelf und 2D-Code: Onlinehändler und Marktplätze verlangen Bilder, Texte und Nährwerte in eigenen Formaten. Bis Ende 2027 sollen Kassen GS1-konforme 2D-Codes lesen können; über den GS1 Digital Link führt derselbe Code zu Produktinformationen im Netz. Das PIM liefert die Inhalte, auf die der Code verweist.

Fristen, die Produktdaten bei Lebensmitteln und Getränken betreffen

Mehrere Regeln greifen zwischen 2026 und 2029. Für jede gilt: Die Angaben müssen je Artikel gepflegt, freigegeben und an Etikett, Shop und Handel gleichzeitig ausgeliefert werden.

DatumRegelWas es für Produktdaten bedeutet
seit 13.12.2014Lebensmittelinformationsverordnung (EU) 1169/2011Pflichtangaben auf dem Etikett und im Fernabsatz vor Kaufabschluss; Nährwertdeklaration seit 13.12.2016 verpflichtend.
seit 08.12.2023Wein: Zutaten und NährwerteZutatenverzeichnis und Nährwertdeklaration für Weine, die ab diesem Tag hergestellt werden; elektronisches Etikett per QR-Code zulässig, ohne Werbung und ohne Erfassung von Nutzerdaten.
12.08.2026Verpackungsverordnung (EU) 2025/40 (PPWR)Verordnung gilt; PFAS-Grenzwerte für Lebensmittelverpackungen und Grenzwert für Schwermetalle. Nachweise gehören zur technischen Dokumentation.
27.09.2026UWG-Änderung zur Richtlinie (EU) 2024/825Allgemeine Umweltaussagen nur mit Nachweis, Siegel nur mit Zertifizierung, keine Klimaneutralität durch Kompensation.
30.12.2026Entwaldungsverordnung (EU) 2023/1115, geändert durch (EU) 2025/2650Gilt für mittlere und große Unternehmen; Sorgfaltserklärungen unter anderem für Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja und Rind. Nachgelagerte Unternehmen sammeln die Referenznummern.
30.06.2027EntwaldungsverordnungGilt auch für Kleinst- und Kleinunternehmen.
Ende 2027GS1: 2D-Codes an der KasseKassensysteme sollen GS1-konforme 2D-Codes lesen; übergangsweise tragen Produkte Strichcode und 2D-Code.
voraussichtlich 2029PPWR: harmonisierte KennzeichnungAngaben zur Materialzusammensetzung auf der Verpackung; die Durchführungsrechtsakte stehen noch aus (mehr dazu).

PIM-Anbieter für Lebensmittel und Getränke im Vergleich

Die Anbieter stehen in alphabetischer Reihenfolge, das ist keine Rangfolge. Aufgenommen haben wir nur Anbieter mit öffentlichen Referenzen aus Lebensmitteln oder Getränken. Funktionen laut Herstellerangaben, Referenzen nur mit öffentlichem Beleg.

AnbieterAusrichtungStärken bei Lebensmitteln und GetränkenReferenzen (öffentlich belegt)Passt zu
Akeneo (Nantes, Niederlassung Düsseldorf)SaaS-PIM mit Fokus auf Kanäle und ProdukterlebnisBranchenseite Food & Beverage; bei KoRo vier Werkzeuge in einer Plattform zusammengeführt, Einführung in sieben Monaten ohne externen Partner; bei Wein Wolf Datenqualität von unter 30 % auf 97 %, Onlineshop in zwölf MonatenKoRo (Berlin), Wein Wolf (Wein und Spirituosen)Marken und Händlern mit Online- und Handelsgeschäft, die SaaS bevorzugen
BYRD von BAYARD (Köln, Markant Group)Produktcontent-Plattform mit eigenem GDSN-Datenpool b-syncedStammdaten und Produktcontent für den Handel über GDSN; Danone DACH hat die Belieferung des Handels in weniger als drei Monaten auf einen Prozess umgestellt; Händler wie Aldi Süd, Colruyt und Denner nutzen BYRDDanone DACH, Radeberger Gruppe, AmeckeMarkenherstellern, die vor allem den Lebensmittelhandel mit GDSN-Daten beliefern
dataroom von datagraphis (Wiesbaden)PIM, Media-Asset-Management und Workflow-ManagementVerpackungs- und Deklarationsworkflows mit Marketing, Qualitätssicherung und Druckerei; bei Dr. Oetker 4.200 Workflows, 3.570 Produkte, 2.500 Deklarationen und 9.000 Verpackungsvarianten nach rund 18 Monaten; bei Wernsing LMIV-Daten für 15 MarkenDr. Oetker, Wernsing Feinkost, Fuchs Gruppe, SALOMON FoodWorldHerstellern, bei denen Verpackungsentwicklung und Deklaration im Mittelpunkt stehen
Equadis (Carouge, Schweiz)Produktdatenplattform mit Fokus auf GS1-Standards und HandelsdatenPrüfung der Vollständigkeit gegen GS1-Standards, Massenaktualisierung und Versand an Handelspartner, Listung und Ausschreibungen; bei Panzani rund 1.000 GTINs, Zusammenarbeit seit 2004Panzani, La Martiniquaise-Bardinet, La MolisanaHerstellern mit Schwerpunkt Handels- und Foodservice-Listung
inriver (Malmö)PIM mit Fokus auf Produkterlebnis und KatalogeBranchenseite Food + Beverage; bei Spendrups Katalog mit 172 Seiten in unter zwei Monaten direkt aus dem PIM, automatische Zuordnung von Ersatzartikeln im OnlineshopSpendrups (Bier, Wein, Spirituosen), Saputo (Molkerei), LantmännenGetränke- und Lebensmittelherstellern mit Katalog- und Onlinegeschäft
Pimcore (Salzburg)Open-Core-Plattform für PIM, MDM, DAM und CMSPIM, DAM und Website auf einer Plattform; bei Henkell Freixenet B2B-Portal für über 80 Marken in 150 Ländern mit 12.000 Medien; bei Rügenwalder Mühle Website mit Händlersuche in sechs MonatenHenkell Freixenet, Rügenwalder Mühle, Bauli, LactalisHerstellern mit eigenem Entwicklungsteam oder Partner, die PIM, Portal und Website verbinden wollen
Salsify (Boston)PXM-Plattform mit Syndication und GDSN-DatenpoolZutaten, Nährwerte, Allergene, Zertifikate und Claims in einem System; Ausspielung an Onlinehändler und Marktplätze; bei Danone über 1.000 Artikel in 90 Tagen auf vier Plattformen liveDanone, Ghirardelli, Barcel USAMarken mit starkem Onlinegeschäft bei großen Händlern und Marktplätzen
Stibo Systems (Aarhus, Niederlassung Hamburg)Multi-Domain-MDM (STEP) mit PIM, nur noch als SaaSProdukt-, Rezeptur-, Rohstoff- und Verpackungsdaten über den gesamten Entwicklungsprozess; bei Loacker rund 1.000 Stunden Ersparnis je Innovationsprojekt, Start mit Deutschland, Italien und den USALoacker (Südtirol), Diageo, KellanovaKonzernen mit Rezeptur- und Innovationsprozessen über mehrere Domänen
Syndigo (Chicago)PIM, MDM und Syndication mit eigenem GDSN-DatenpoolNährwerte, Allergene und Ernährungsangaben, Inhalte für Foodservice und Handel; bei Aviko Syndication per API aus den eigenen Produktdatenbanken, mehrsprachigAviko, PepsiCo, The J.M. Smucker Co., Perfetti Van MelleHerstellern mit Handels- und Foodservice-Geschäft in vielen Ländern
synfoxx/p von Systrion (Hamburg)PIM (synfoxx/p, PRISMA) mit GS1-Datenpool und StammdatenberatungGS1-Stammdaten und GDSN; Systrion stellt die Plattform hinter getITEM, der Artikelstammdatenbank der GEDAT für rund 2.000 Getränkefachgroßhändler; Upfield Professional nutzt die Plattform für den Rollout in 95 LändernUnilever Deutschland (PRISMA), Krombacher, GEDAT, Upfield ProfessionalHerstellern im deutschen Lebensmittel- und Getränkehandel mit Fokus auf GS1-Stammdaten

Weitere Anbieter mit Referenzen aus Lebensmitteln und Getränken: A3 PIM von Agena3000 (Valrhona, Vitakraft), Aptean PLM Lascom Edition als Spezifikations- und Rezeptursystem (Lactalis, Picard, Monin), elytra PIM (Pistor, Schweiz, rund 21.000 Artikel), Perfion (Mack & Schühle), Quable (AdVini, Cooperl), Sales Layer (Just Spices, rund 1.000 Artikel in sechs Märkten) und SyncForce+ (Signature Foods, Bieze Food Group).

Unsere Bewertung: Welche Lösung zu welcher Ausgangslage passt

Wir haben die zehn Anbieter an den sieben Anforderungen aus dem ersten Abschnitt gemessen, soweit öffentliche Belege vorliegen. Kein Anbieter deckt alle sieben gleich stark ab: Die einen kommen von den Handelsstammdaten, die anderen von Verpackung, Rezeptur oder Onlinekanälen. Deshalb unterscheiden wir fünf Ausgangslagen.

Ausgangslage 1: Markenhersteller mit Listung im Lebensmittelhandel

Hier zählen vollständige GS1-Stammdaten im GDSN und kurze Wege zu den Händlern. BYRD ist bei Danone DACH belegt: Die Belieferung des Handels über GDSN wurde in weniger als drei Monaten auf einen Prozess umgestellt; Händler wie Aldi Süd, Colruyt und Denner nutzen die Plattform. Systrion (synfoxx/p, PRISMA) ist im deutschen Markt mit Unilever Deutschland und Krombacher verankert und betreibt einen GS1-Datenpool. Equadis aus der Schweiz bringt Prüfungen gegen GS1-Standards und Listungsprozesse mit, Syndigo eignet sich, wenn zusätzlich Foodservice und viele Länder bedient werden. Prüfen Sie, welche Ihrer Händler welchen Datenpool nutzen und wie das PIM Rezepturänderungen ohne Doppelpflege an den Datenpool weitergibt.

Ausgangslage 2: Hersteller mit Rezeptur- und Verpackungsprozessen

Wenn jede Rezepturänderung eine neue Deklaration und neue Druckdaten auslöst, liegt der Hebel im Prozess. dataroom ist bei Dr. Oetker mit 9.000 Verpackungsvarianten und 2.500 Deklarationen belegt und verbindet Stammdaten aus SAP mit dem Verpackungsworkflow. Stibo Systems deckt bei Loacker Produkt-, Rezeptur-, Rohstoff- und Verpackungsdaten über den gesamten Entwicklungsprozess ab, mit rund 1.000 Stunden Ersparnis je Innovationsprojekt. Wer Spezifikationen in einem eigenen PLM führt, findet mit Aptean PLM Lascom Edition ein Spezialsystem, das ein PIM ergänzt. Mit der PPWR gewinnen Verpackungsdaten weiter an Gewicht.

Ausgangslage 3: Getränke- und Weinbranche

Getränkehersteller beliefern neben dem Lebensmittelhandel den Getränkefachgroßhandel und die Gastronomie. Systrion stellt die Plattform hinter getITEM der GEDAT, über die rund 2.000 Getränkefachgroßhändler Stammdaten beziehen; Warsteiner etwa veröffentlicht seine Artikelstammdaten über getITEM auch im GDSN. inriver erzeugt bei Spendrups einen 172-seitigen Katalog direkt aus dem PIM, Akeneo hat bei Wein Wolf die Datenqualität von unter 30 % auf 97 % gebracht, und Pimcore betreibt für Henkell Freixenet ein B2B-Portal für über 80 Marken. Für Weine gehört das elektronische Etikett mit Zutaten und Nährwerten in die Datenpflege.

Ausgangslage 4: Direktvertrieb und Onlinehandel

Marken mit eigenem Shop und Marktplätzen brauchen schnelle Pflege und viele Ausgabeformate. Akeneo ist mit KoRo belegt: vier Werkzeuge in einer Plattform, Einführung in sieben Monaten ohne externen Partner. Salsify hat bei Danone über 1.000 Artikel in 90 Tagen auf vier Plattformen gebracht und ist stark bei großen Onlinehändlern. Pimcore verbindet PIM und Website, wie bei Rügenwalder Mühle. Achten Sie darauf, dass Pflichtangaben und Allergene im Shop aus derselben Quelle kommen wie auf dem Etikett.

Ausgangslage 5: Konzerne mit globaler Stammdatenstrategie

Bei vielen Ländern, Werken und Marken geht es um Produkt-, Lieferanten- und Materialdaten gemeinsam. Stibo Systems ist mit Diageo, Kellanova und Loacker belegt und liefert nur noch als SaaS (mehr dazu). Syndigo verbindet bei The J.M. Smucker Co. Stammdatenmanagement mit Syndication und eigenem GDSN-Datenpool. Prüfen Sie im Proof of Concept, wie sich lokale Rezepturen, Sprachen und Händleranforderungen unter einem globalen Datenmodell abbilden lassen.

Diese Fragen sollten Sie jedem Anbieter stellen

  1. Welche LMIV-Angaben sind im Standardmodell enthalten, und wie werden Allergene, Nährwerte und Herkunftsangaben je Sprache gepflegt?
  2. Wie übernimmt das PIM Rezepturänderungen aus Spezifikation oder PLM, und wie wird die geänderte Deklaration versioniert und an Etikett, Shop und Handel verteilt?
  3. Über welchen GDSN-Datenpool liefern Sie an den Lebensmittelhandel, und wie bilden Sie die Logistikhierarchie bis zur Palette ab?
  4. Wie unterstützen Sie Verpackungsentwicklung und Artwork-Freigabe, und wo liegen die Nachweise zu PFAS und Verpackungsmaterialien?
  5. Wie verwalten Sie Claims, Siegel und deren Nachweise, und können Sie Referenznummern aus EUDR-Sorgfaltserklärungen je Artikel speichern?
  6. Wie liefern Sie Inhalte für Onlinehändler, Marktplätze und den GS1 Digital Link?
  7. Welche Kunden aus Lebensmitteln oder Getränken in Deutschland, Österreich oder der Schweiz können wir als Referenz sprechen?

Häufige Fragen

Welches PIM eignet sich für Lebensmittelhersteller?

Das hängt von der Ausgangslage ab. Für Markenhersteller mit Listung im Lebensmittelhandel stehen BYRD, Systrion (synfoxx/p), Equadis und Syndigo im Vordergrund, weil dort GDSN und Handelsstammdaten zählen. Bei Rezeptur- und Verpackungsprozessen sind dataroom und Stibo Systems belegt, für Onlinehandel und Direktvertrieb Akeneo, Salsify und Pimcore. Getränkehersteller sollten zusätzlich den Getränkefachgroßhandel und die Weinkennzeichnung berücksichtigen.

Welche Angaben muss ein Onlineshop für Lebensmittel zeigen?

Alle Pflichtangaben der LMIV müssen vor dem Kaufabschluss verfügbar sein, also Bezeichnung, Zutaten, Allergene, Nettofüllmenge, Nährwerte, Lebensmittelunternehmer und, wo vorgeschrieben, Herkunft und Alkoholgehalt. Nur das Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum muss erst bei der Lieferung vorliegen (Art. 14 LMIV). Zusätzliche Kosten für diese Informationen dürfen nicht entstehen.

Brauche ich für den Lebensmittelhandel ein GDSN?

In der Regel ja. Der Lebensmittelhandel bezieht Stammdaten nach GS1-Standard über das GDSN, also über einen zertifizierten Datenpool wie 1WorldSync mit atrify, BYRD oder Syndigo. Der Getränkefachgroßhandel nutzt in Deutschland häufig getITEM der GEDAT. Das PIM sollte die Daten an den Datenpool liefern, damit Etikett, Shop und Handel dieselben Angaben zeigen.

Was ändert sich 2026 bei Verpackungs- und Umweltangaben?

Seit dem 12. August 2026 gilt die Verpackungsverordnung (EU) 2025/40 mit PFAS-Grenzwerten für Lebensmittelverpackungen. Seit dem 27. September 2026 sind in Deutschland allgemeine Umweltaussagen nur mit Nachweis zulässig, Nachhaltigkeitssiegel nur mit Zertifizierung, und Klimaneutralität darf nicht mehr mit Kompensation begründet werden. Die neue Kennzeichnung der Verpackungsmaterialien folgt voraussichtlich 2029.

Was bedeutet die EU-Entwaldungsverordnung für Produktdaten?

Ab dem 30. Dezember 2026 müssen mittlere und große Unternehmen unter anderem für Erzeugnisse aus Kakao, Kaffee, Palmöl, Soja und Rind nachweisen, dass sie entwaldungsfrei sind; für Kleinst- und Kleinunternehmen gilt das ab dem 30. Juni 2027. Die Sorgfaltserklärungen entstehen meist in Einkauf und Lieferkettensystemen. Das PIM sollte die Zuordnung zu Artikeln und die Referenznummern der Erklärungen führen können.

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Stand: Oktober 2026. Angaben zu Funktionen, Standards und Schnittstellen laut Herstellerangaben; bitte im Projekt prüfen. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung; Kennzeichnungsfragen bitte mit Ihrer Qualitätssicherung oder Rechtsberatung abstimmen.

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