Stibo Systems nur noch als SaaS: Was On-Premise-Kunden bis Ende 2027 entscheiden müssen

Stibo Systems nur noch SaaS: Zeitleiste bis zum Support-Ende 2027

Stibo Systems entwickelt seine Plattform STEP nur noch für SaaS weiter. Das letzte Update für den Betrieb im eigenen Rechenzentrum war 2024.4, der Support dafür endet am 31. Dezember 2027. Laut Stibo nutzten im Juni 2026 bereits 77 Prozent der Kunden die SaaS-Plattform. Für die übrigen wird die Zeit knapp, denn eine Migration oder ein Systemwechsel braucht meist mehr als ein Jahr Vorlauf. Wir ordnen ein, was die Entscheidung bedeutet und welche Wege On-Premise-Kunden jetzt haben.

Neu (21. Oktober 2026): Stibo sucht einen Minderheitsinvestor

Die stiftungsgeführte Stibo Group sucht für Stibo Systems erstmals einen Miteigentümer. Die Bank DNB Carnegie führt den Prozess, der sich bis ins Jahr 2027 ziehen soll; die Stiftung behält die Kontrolle. Das Kapital soll internationales Wachstum und Zukäufe finanzieren. Für Kunden kommen damit SaaS-Umstellung und ein neuer Miteigentümer zusammen. Ein guter Anlass, Vertrag und Roadmap jetzt zu prüfen, zum Beispiel im PIM Vendor & Contract Review. Weitere Eigentümerwechsel im Markt finden Sie im PIM-Konsolidierungs-Report 2026.

Kurz zusammengefasst

  • Das Update 2024.4 vom Dezember 2024 ist das letzte für On-Premise-Installationen. Seit 2025.1 gibt es neue Funktionen nur noch in SaaS.
  • Der Support für On-Premise endet am 31. Dezember 2027. Eine Verlängerung ist laut Stibo nicht möglich.
  • SaaS heißt bei Stibo: vier Pflicht-Updates im Jahr auf Microsoft Azure, jede Version wird rund neun Monate unterstützt.
  • Eigene Erweiterungen sind in SaaS nur über die Extension API möglich und müssen vor jedem Update geprüft und oft neu kompiliert werden.
  • Wer bis Ende 2027 migrieren oder wechseln will, sollte die Entscheidung spätestens im Frühjahr 2027 treffen.

Was Stibo Systems entschieden hat

Stibo hat den Wechsel schrittweise angekündigt. Die wichtigsten Termine laut der Lebenszyklus-Dokumentation von STEP:

DatumWas gilt
11.12.2024Update 2024.4 erscheint, das letzte Update für On-Premise und andere Umgebungen außerhalb der aktuellen SaaS-Plattform
ab 2025.1Alle neuen Funktionen gibt es nur noch für SaaS-Kunden
Juni 2026Alle Kunden sollen die Richtlinie für fortlaufende Updates (Continuous Updates) einhalten
31.12.2026Support-Ende für 2024.4 bei SaaS-Umgebungen ohne Continuous Updates
31.12.2027Support-Ende für On-Premise. Bis dahin liefert Stibo Sicherheitsupdates und kritische Korrekturen, danach nicht mehr

Bemerkenswert ist die Kehrtwende: Noch im Januar 2024 hatte Stibo eine neue, containerbasierte Architektur für On-Premise-Kunden angekündigt. Inzwischen heißt es in der Dokumentation nur noch, On-Premise-Installationen würden nicht unterstützt.

Wer betroffen ist

Betroffen sind alle Kunden, die STEP nicht auf der aktuellen SaaS-Plattform mit fortlaufenden Updates betreiben. Stibo nennt drei Gruppen: On-Premise-Installationen, Kunden auf der älteren SaaS-Generation („SaaS v1“) und einen Teil der Kunden auf „SaaS v2“, die noch keine Continuous Updates nutzen. Eine öffentliche Definition der beiden SaaS-Generationen gibt es nicht. Wer unsicher ist, sollte seinen Status beim Account Management schriftlich bestätigen lassen.

Laut Geschäftsbericht hatte Stibo zuletzt über 500 Kunden. Im Juni 2026 meldete das Unternehmen eine SaaS-Quote von 77 Prozent. Rund ein Viertel der Kunden stand also noch vor dem Umstieg. Für Kunden ohne fortlaufende Updates auf SaaS ist die Frist sogar kürzer als für On-Premise-Kunden: Ihr Support für 2024.4 endet schon Ende 2026.

Was sich mit SaaS im Betrieb ändert

  • Vier Pflicht-Updates im Jahr: Stibo veröffentlicht im März, Juni, September und Dezember ein Update. Unterstützt werden immer die letzten zwei, jede Version rund neun Monate.
  • 90 Tage Testzeit: Vor jedem Update gibt es eine Vorschauphase. Kunden können sich dafür eine Test-Sandbox anlegen, die nach sieben Tagen automatisch gelöscht wird. Wer nicht selbst aktualisiert, bekommt das Update am Ende der Frist automatisch, erst in der Sandbox, dann in Pre-Production und Produktion.
  • Eigene Erweiterungen nur über die Extension API: In SaaS lassen sich nur Erweiterungen auf Basis der Extension API und von Stibo gepflegte Anpassungen einsetzen. Sie müssen vor jedem Update geprüft und gegebenenfalls neu kompiliert werden, sonst schlägt das Update fehl. Bei vier Updates im Jahr ist das ein fester Wartungsrhythmus.
  • Technische Änderungen kommen schneller: 2026 hat Stibo unter anderem Elasticsearch 9 eingeführt, den Java-Locale-Provider umgestellt (Vorbereitung auf Java 25) und die Integration für Qlik und Tableau gestrichen. Jede dieser Änderungen kann Schnittstellen und Ausgabeformate betreffen.
  • Betrieb auf Microsoft Azure: STEP läuft mandantenfähig auf Azure. Konkrete Rechenzentrumsregionen nennt Stibo öffentlich nicht. Halten Sie den Speicherort Ihrer Daten deshalb im Vertrag fest.

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So läuft die PIM-Auswahl ab

Was es nur noch in SaaS gibt

Seit 2025.1 ist jede neue Funktion SaaS-exklusiv. Dazu gehören:

  • Neue Benutzeroberfläche: Sie ist für SaaS gebaut und seit 2026.2 Teil der Basislizenz.
  • ProductGen AI: KI-Texte und Übersetzungen über Azure OpenAI, seit 2025.4, mit eigener Lizenz.
  • MCP Server: Er macht freigegebene Stammdaten für KI-Agenten zugänglich, seit 2026.2 allgemein verfügbar.
  • AgentWorkx: Die im September 2026 angekündigte Umgebung für KI-Agenten. Ein Verfügbarkeitsdatum nennt Stibo noch nicht.
  • Product Experience Data Cloud: Das cloudbasierte Paket mit PIM, DAM, Onboarding, Syndizierung und Nachhaltigkeitsdaten.

Nicht alles davon ist im SaaS-Abo enthalten. Viele Funktionen hängen an eigenen Lizenzen. Einen Überblick über die KI-Funktionen von Stibo und anderen Anbietern gibt unser Beitrag KI im PIM 2026.

Drei Wege für On-Premise-Kunden

WegPasst, wennDarauf achten
Migration auf Stibo SaaSSTEP fachlich gut passt, das Datenmodell sauber ist und wenig eigener Code im Einsatz istMigrationsleistung und Preis schriftlich, Aufwand für eigene Erweiterungen, Ressourcen für vier Updates im Jahr, Datenstandort
Bis Ende 2027 weiterbetreibenohnehin ein Wechsel geplant ist und keine neuen Funktionen gebraucht werdenkeine neuen Funktionen mehr, nach dem 31.12.2027 kein Support, Sicherheitsrisiko bei Weiterbetrieb
Neues System auswählenSTEP überdimensioniert ist, die Kosten steigen oder SaaS mit Pflicht-Updates nicht zu Ihrer IT passtMigration von Datenmodell, Beziehungen und Medien, Ersatz aller Schnittstellen, Parallelbetrieb kurz halten

Die Migration in die Stibo-Cloud ist oft der kürzere Weg, aber kein Selbstläufer. Laut Stibo-Fallstudie hat zum Beispiel SRAM beim Umzug seine dateibasierten Schnittstellen auf REST umgestellt. Öffentliche Angaben zu Dauer und Kosten solcher Migrationen gibt es nicht. Wer sich für einen Wechsel interessiert, findet Optionen in unserem Vergleich Stibo Systems Alternativen sowie in den Direktvergleichen SAP MDG vs. Stibo Systems und Stibo Systems vs. Informatica.

Was Sie vor der Entscheidung klären sollten

  • Auf welcher Plattform und mit welchem Update-Modell laufen wir heute, und welche Frist gilt für uns?
  • Welche eigenen Erweiterungen, Plugins und Skripte nutzen wir, und lassen sie sich mit der Extension API abbilden?
  • Welche Schnittstellen sind dateibasiert und müssen umgebaut werden?
  • Was kostet SaaS im Vergleich zu Lizenz, Wartung und Betrieb heute, und welche Funktionen brauchen eine Zusatzlizenz?
  • Wo werden unsere Daten gespeichert, und wie ist das im Vertrag geregelt?
  • Haben wir die Leute, um alle drei Monate ein Update zu testen?
  • Wann endet unser aktueller Vertrag, und welche Kündigungsfristen gelten?

Der Zeitplan, rückwärts gerechnet

Eine PIM-Auswahl dauert im Mittelstand meist zwei bis drei Monate, die Einführung bis zum ersten produktiven Kanal sechs bis zwölf Monate. Auch eine Migration in die Stibo-Cloud braucht Tests, Schnittstellenumbau und einen geplanten Umstieg. Wer bis Ende 2027 fertig sein will, sollte deshalb bis spätestens Frühjahr 2027 entscheiden, welchen Weg er geht. Wie eine Einführung abläuft, beschreibt unsere Seite PIM-Einführung.

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Häufige Fragen

Gibt es Stibo STEP noch als On-Premise-Version?

Nur noch auslaufend. Das Update 2024.4 ist das letzte für On-Premise-Installationen. Stibo unterstützt sie bis zum 31. Dezember 2027 mit Sicherheitsupdates und kritischen Korrekturen. Neue Funktionen gibt es seit 2025.1 nur in SaaS.

Kann der On-Premise-Support über 2027 hinaus verlängert werden?

Laut Stibo-Dokumentation nicht. Offene Supportfälle werden am Ende des Lebenszyklus geschlossen, eine Verlängerung ist nicht vorgesehen.

Wie oft wird Stibo SaaS aktualisiert?

Viermal im Jahr, jeweils im März, Juni, September und Dezember. Vor jedem Update gibt es rund 90 Tage zum Testen. Danach wird das Update automatisch eingespielt. Unterstützt werden immer die letzten zwei Versionen.

Was passiert mit eigenen Erweiterungen bei der Migration?

In SaaS sind nur Erweiterungen auf Basis der Extension API und von Stibo gepflegte Anpassungen möglich. Andere Erweiterungen müssen umgebaut werden. Alle Erweiterungen müssen vor jedem Update geprüft und gegebenenfalls neu kompiliert werden.

Quellen

Stand: 26. Oktober 2026

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