Kurz gesagt: Seit Version 12 steht Pimcore unter der Pimcore Open Core License und ist nur noch für Unternehmen bis 5 Millionen Euro Jahresumsatz kostenlos. Dazu kommt ein angekündigter Eigentümerwechsel zum Investor Tenzing. Wer quelloffen bleiben will, schaut sich OpenDXP, AtroPIM oder UnoPim an. Wer kein Entwicklungsprojekt möchte, findet bei Akeneo oder Ergonode ein Cloud-PIM. Für komplexe Produktdaten mit Anbieter aus Deutschland kommen Viamedici, novomind iPIM oder censhare in Frage, für mehrere Datendomänen Stibo Systems.
Warum Unternehmen eine Alternative zu Pimcore suchen
Pimcore ist mit einer freien Lizenz groß geworden. Viele Installationen laufen bei Unternehmen, die nie eine Lizenzgebühr gezahlt haben. Das hat sich geändert:
- Neue Lizenz: Mit Version 12 hat Pimcore die GPL verlassen. Die Pimcore Open Core License erlaubt die kostenlose Nutzung nur bis 5 Millionen Euro Jahresumsatz. Darüber brauchen Sie eine kommerzielle Edition. Auch der Weiterbetrieb als SaaS ist eingeschränkt.
- Neuer Eigentümer: Im August 2026 hat der bisherige Mehrheitseigner Nordwind Growth vereinbart, seine Beteiligung an den Investor Tenzing zu verkaufen. Die Kartellfreigabe steht noch aus, die Geschäftsführung bleibt laut Pimcore unverändert. Wie sich Preise und Bedingungen danach entwickeln, ist offen.
- Integrationsaufwand: Für viele Unternehmenssysteme wie ERP oder CPQ gibt es keine fertigen Konnektoren. Diese Schnittstellen müssen gebaut oder zugekauft werden.
- Projektcharakter: Branchenvorlagen für den B2C-Bereich fehlen, und ein individueller Proof of Concept läuft nur über Partner. Ohne eigenes Entwicklerteam oder Agentur kommen Sie mit Pimcore nicht weit.
Wann Pimcore trotzdem die richtige Wahl ist
Pimcore bleibt eine starke Plattform. Sie verbindet Produktdaten, Stammdaten, digitale Medien und Webinhalte auf einer technischen Basis, das Datenmodell ist frei definierbar. Kunden sind etwa IKEA, LEGO, Bosch, Krombacher und Lavazza. Die Preise der kommerziellen Editionen sind öffentlich. Mit Copilot, einem SDK für KI-Agenten und der Governance-Schicht Data Spine ist das Backend gut auf KI vorbereitet, der Digitale Produktpass steht auf der Roadmap. Wenn Sie ein eigenes Team haben, komplexe Daten über mehrere Domänen steuern und die Lizenzkosten einer kommerziellen Edition einplanen, kann Pimcore weiterhin passen. Details im Pimcore-Profil.
Pimcore-Alternativen auf einen Blick
| Alternative | Typ und Lizenz | Herkunft | Passt besonders für |
| OpenDXP | Open Source (GPLv3), Selbstbetrieb | Fork von Pimcore 11, gestartet im Februar 2026 | Pimcore-11-Nutzer, die quelloffen bleiben wollen |
| AtroPIM | Open Source, optional SaaS | Regensburg, Deutschland | Mittelstand, der ein quelloffenes Headless-PIM sucht |
| UnoPim | Open Source (MIT), optional gehostet | Indien (Webkul) | Kleine Teams mit eigener Entwicklung und schmalem Budget |
| Akeneo | SaaS | Nantes, Frankreich, Niederlassung in Düsseldorf | Marken und Händler mit Onlinefokus |
| Ergonode | SaaS, kostenlos bis 1.000 Produkte | Krakau, Polen | Onlinehändler, die ein Cloud-PIM selbst einrichten wollen |
| Viamedici EPIM | On-Premises oder SaaS | Ettlingen, Deutschland | Hersteller technischer Produkte mit vielen Varianten |
| novomind iPIM | On-Premises oder SaaS | Hamburg, Deutschland | Handel und Großhandel mit sehr großen Sortimenten |
| censhare | On-Premises oder SaaS, modular | München, Deutschland | Marken mit großem Medienbestand |
| 4ALLPORTAL | On-Premises oder SaaS | Gütersloh, Deutschland | Unternehmen, die zuerst ein DAM brauchen |
| Stibo Systems | SaaS, Multidomain-MDM | Aarhus, Dänemark, Niederlassung in Hamburg | Konzerne mit mehreren Datendomänen |
Die Alternativen nach Ausgangslage
Sie wollen quelloffen bleiben
OpenDXP ist ein Fork der letzten vollständig freien Pimcore-Version 11 und bleibt dauerhaft unter GPLv3. Angestoßen hat ihn die Schweizer Agentur DACHCOM. PIM, DAM, Headless CMS und Commerce teilen sich eine Code-Basis, das klassische Pimcore-Backend bleibt erhalten. AtroPIM der AtroCore GmbH aus Regensburg arbeitet nach dem Headless-Prinzip und finanziert sich über Premium-Module und SaaS-Editionen. UnoPim von Webkul basiert auf Laravel, steht unter MIT-Lizenz und bringt Konnektoren für Shopify, Magento, WooCommerce und Odoo mit. Hintergründe im Beitrag zu OpenDXP und dem Pimcore-Lizenzwechsel.
Sie wollen kein Entwicklungsprojekt
Akeneo ist ein Cloud-PIM mit Modulen für DAM, Lieferanten-Onboarding und Syndication. Sie konfigurieren statt zu entwickeln, dafür ist der Spielraum für Eigenentwicklungen kleiner. Ergonode veröffentlicht seine Preise und lässt sich mit dem kostenlosen Tarif bis 1.000 Produkte testen. Den direkten Vergleich zeigt unsere Seite Akeneo vs. Pimcore.
Sie haben komplexe Produktdaten und wollen einen Anbieter aus Deutschland
Viamedici EPIM ist auf technische Produkte mit vielen Varianten ausgelegt und deckt PIM, MDM und DAM ab. Kunden sind etwa Knauf, REHAU und Metabo. novomind iPIM ist für Sortimente bis in den Bereich mehrerer Millionen Artikel gebaut und bringt Module für Lieferanten-Onboarding und Print mit. censhare verbindet DAM, PIM und Content Management und passt, wenn Medien und Publikation im Vordergrund stehen. Ähnlich, aber mit DAM als Ausgangspunkt, arbeitet 4ALLPORTAL. Alle vier lassen sich selbst betreiben oder als SaaS nutzen.
Sie brauchen MDM über mehrere Datendomänen
Wer Pimcore auch für Kunden-, Lieferanten- oder Standortdaten nutzt, sollte ein Multidomain-MDM prüfen. Stibo Systems verknüpft diese Domänen in einer Plattform und ist bei großen Unternehmen wie adidas, Rossmann und Marks & Spencer im Einsatz. Projekte sind entsprechend umfangreich. Weitere Systeme finden Sie unter MDM-Software, die Abgrenzung erklärt unser Beitrag PIM vs. MDM.
Was ein Wechsel von Pimcore bedeutet
Wie aufwendig der Wechsel wird, hängt vor allem davon ab, wie stark Ihr Pimcore individuell entwickelt ist. Planen Sie diese Punkte ein:
- Datenmodell: Pimcore-Klassen und Vererbungen sind oft sehr individuell. Im neuen System müssen sie neu abgebildet werden. Beim Umstieg auf OpenDXP sind die Datenstrukturen dagegen nahezu gleich.
- Medien: Wenn Sie das Pimcore-DAM nutzen, klären Sie früh, ob das neue System die Medien übernimmt oder ein eigenes DAM nötig wird.
- Schnittstellen: Anbindungen an ERP, Shop und Marktplätze sind bei Pimcore häufig Eigenentwicklungen. Sie sind meist der größte Aufwand.
- Workflows und Erweiterungen: Eigene Bundles und Freigabeprozesse lassen sich selten eins zu eins übertragen. Bei OpenDXP funktionieren bestehende Erweiterungen wie das Process Manager Bundle weiter, Abhängigkeiten und Namespaces im Code müssen aber angepasst werden.
- Zeitplan: Ein Wechsel auf ein anderes PIM ist ein eigenes Projekt. Rechnen Sie bei mittelgroßen Installationen mit mehreren Monaten. Was ein PIM-Projekt kostet, zeigt unser Beitrag zu PIM-Kosten.
Häufige Fragen
Ist Pimcore noch kostenlos?
Nur für kleinere Unternehmen. Ab Version 12 gilt die Pimcore Open Core License, die die kostenlose Nutzung auf Unternehmen bis 5 Millionen Euro Jahresumsatz begrenzt. Darüber brauchen Sie eine kommerzielle Edition, deren Preise Pimcore veröffentlicht.
Was ist der Unterschied zwischen Pimcore und OpenDXP?
OpenDXP ist ein Fork von Pimcore 11 und bleibt dauerhaft unter GPLv3, also ohne Umsatzgrenze. Pimcore entwickelt ab Version 12 unter der eigenen Open Core License weiter. Hinter OpenDXP steht kein Hersteller mit Support-Vertrag, Betrieb und Weiterentwicklung sichern Sie über einen Partner ab.
Was bedeutet die Übernahme durch Tenzing für Pimcore-Kunden?
Im August 2026 wurde der Verkauf der Mehrheit an Tenzing vereinbart, die Kartellfreigabe steht noch aus. Für Bestandskunden ändert sich zunächst nichts. Prüfen Sie aber Laufzeiten und Konditionen Ihrer Edition und lassen Sie sich die Roadmap zeigen, bevor Sie neue Verträge abschließen.
Wie aufwendig ist ein Wechsel von Pimcore?
Der Umstieg von Pimcore 11 auf OpenDXP ist vergleichsweise überschaubar, weil die Datenstrukturen nahezu gleich sind. Ein Wechsel auf ein anderes PIM ist ein eigenes Projekt, dessen Aufwand vor allem von Datenmodell und Schnittstellen abhängt.
Ihr nächster Schritt
Sie nutzen Pimcore und fragen sich, ob Sie auf Version 12 gehen, zu OpenDXP wechseln oder ein anderes System wählen sollen? Wir prüfen herstellerneutral, welche Option zu Ihren Daten, Ihrem Team und Ihrem Budget passt. Das Erstgespräch ist kostenlos: Termin vereinbaren. Wie eine strukturierte Auswahl abläuft, zeigt unsere PIM-Auswahl, alle Systeme finden Sie in der Übersicht der PIM-Anbieter.
Stand: Oktober 2026. Angaben zu Lizenzen, Editionen und Eigentümern beruhen auf Herstellerangaben und öffentlichen Mitteilungen und können sich ändern.