Perfion gehört zu Boyum IT: Was der Eigentümerwechsel für PIM-Kunden bedeutet

Perfion gehört zu Boyum IT: früheres und heutiges Perfion-Logo

Wer heute „Perfion“ in den Browser tippt, landet nicht mehr auf einer eigenständigen Herstellerseite, sondern bei „Perfion PIM by Boyum IT“. Dahinter steht ein Eigentümerwechsel, der schon 2023 stattfand und vielen Interessenten bis heute nicht bewusst ist: Der dänische PIM-Hersteller Perfion gehört zu Boyum IT Solutions, und Boyum gehört mehrheitlich dem Londoner Finanzinvestor Volpi Capital. Wir ordnen ein, wer heute hinter Perfion steht und was das für Unternehmen bedeutet, die Perfion einsetzen oder in die engere Wahl nehmen.

Kurz zusammengefasst

  • Perfion ist ein dänischer PIM-Hersteller, gegründet 2002. Boyum IT Solutions hat Perfion im Frühjahr 2023 übernommen (Vertrag am 28. April 2023, Bekanntgabe Anfang Mai 2023).
  • Boyum IT ist seit Oktober 2020 mehrheitlich im Besitz von Volpi Capital. Vorher waren GRO Capital und Gründer Mikael Boyum die Eigentümer.
  • Für Boyum war Perfion der Einstieg in das Microsoft-Umfeld (Dynamics, Business Central). Bis dahin war Boyum vor allem für Lösungen rund um SAP Business One bekannt.
  • Perfion wird weiterentwickelt: 2025 kamen unter anderem ein Content Store für Lieferanten und Partner, ein neuer Import-Assistent und KI-Funktionen hinzu.
  • Volpi will im Bereich Produktdaten weiter zukaufen. Für Kunden heißt das: Vertragspartner, Roadmap und Produktumfeld können sich weiter verändern.

Wer heute hinter Perfion steht

Die Eigentümerkette hat drei Ebenen:

EbeneUnternehmenSeit
ProduktPerfion PIM (dänischer Hersteller, gegründet 2002)2002
MuttergesellschaftBoyum IT Solutions (Dänemark, 1997 von Mikael Boyum gegründet)Übernahme 2023
MehrheitseigentümerVolpi Capital (Private Equity, London)Einstieg bei Boyum 2020

Ansprechpartner in Deutschland ist die Boyum IT Solutions GmbH in Aachen. Die Produktseite liegt inzwischen unter perfion.boyum-solutions.com.

Was 2023 passiert ist

Boyum IT Solutions hat die Übernahme von Perfion am 28. April 2023 vereinbart und Anfang Mai 2023 bekannt gegeben. Perfion hatte damals rund 40 Mitarbeitende in Dänemark, den USA, Deutschland und den Niederlanden. Laut Volpi blieben Mitarbeitende und Management an Bord und wurden Teil von Boyum. Die Verkäufer wurden von Oaklins beraten, Boyum von Accura.

Die Begründung war vor allem strategisch: Boyum wollte mit Perfion in die Kundenbasis von Microsoft Dynamics und SAP Business One verkaufen und Zugang zu Perfions Partnernetz bekommen. Boyum selbst beschreibt 2023 als das Jahr, in dem das Unternehmen mit Perfion in das Microsoft-Business-Central-Umfeld eingestiegen ist.

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Boyum IT und Volpi Capital

Boyum IT geht auf ein Unternehmen zurück, das Mikael Boyum 1997 gegründet hat. Bekannt wurde Boyum als SAP-Partner mit Erweiterungen für SAP Business One, etwa dem B1 Usability Package. Seitdem ist Boyum vor allem durch Zukäufe gewachsen: Beas (Fertigung, 2016), Produmex (Lagerverwaltung, 2018), Paperflow (2022), Perfion (2023), Netronic (Fertigungsplanung, 2024) und zuletzt FORNAV (2026). FORNAV liefert Lösungen für Belege und Berichte in Microsoft Dynamics 365 Business Central. Als Zielbranchen nennt Boyum Fertigung, Großhandel und Distribution sowie regulierte Branchen.

Volpi Capital ist ein europäischer Private-Equity-Investor mit Sitz in London, der sich auf B2B-Software im unteren Mittelstand spezialisiert hat. Im Oktober 2020 haben GRO Capital und Mikael Boyum vereinbart, Boyum IT an Volpi zu verkaufen. GRO Capital war rund vier Jahre beteiligt gewesen. Die Übernahme von Perfion war damit ein Zukauf unter Volpi als Eigentümer.

Im April 2026 hat Volpi einen Beitrag veröffentlicht, in dem das Unternehmen Produktdaten als eigenes Investitionsthema beschreibt. Volpi verweist darauf, dass es über Boyum und Perfion bereits im PIM-Markt für den Mittelstand investiert ist, und sucht nach weiteren Unternehmen aus PIM, MDM, DAM, Produktsyndikation und Digitalem Produktpass. Ausdrücklich genannt werden auch Buy-and-Build-Strategien, also das Zusammenführen mehrerer Zukäufe.

Wie es mit Perfion weitergeht

Perfion ist bei Boyum kein Auslaufprodukt. Laut dem Jahresrückblick des Product Owners vom Dezember 2025 kamen 2025 unter anderem hinzu:

  • der Perfion Content Store, über den Kunden Produktinformationen und Medien mit Lieferanten und Partnern teilen,
  • ein neuer Import-Assistent,
  • Benachrichtigungen und Kommentare direkt an den Produktdaten,
  • KI-Funktionen, etwa für die Anreicherung von Daten und die Zuordnung beim Import.

Für 2026 nennt Boyum drei Schwerpunkte: Perfion an das Design und die Technik der übrigen Boyum-Produkte angleichen, die KI-Funktionen ausbauen und die Konfiguration einfacher machen. Für Bestandskunden heißt das: Die Oberfläche wird sich in den nächsten Releases sichtbar verändern.

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So läuft die PIM-Auswahl ab

Was der Eigentümerwechsel für Kunden bedeutet

Ein Eigentümerwechsel ist weder gut noch schlecht. Er verschiebt aber die Fragen, die man einem Anbieter stellen sollte. Aus unserer Sicht sind das die wichtigsten Punkte:

Stärke im ERP-Umfeld

Perfion ist heute Teil eines Portfolios, das konsequent auf SAP Business One und Microsoft Dynamics 365 Business Central ausgerichtet ist. Wer genau eine dieser ERP-Landschaften betreibt, profitiert von fertigen Konnektoren und einem Partnernetz, das beide Welten kennt.

Fragen bei anderen Landschaften

Wer ein anderes ERP einsetzt, etwa SAP S/4HANA, proALPHA oder abas, sollte genauer nachfragen. Wie stark wird die Roadmap von den Boyum-Kernmärkten bestimmt? Welche Schnittstellen pflegt Boyum selbst, welche ein Partner?

Finanzinvestor als Eigentümer

Finanzinvestoren verkaufen ihre Beteiligungen in der Regel nach einigen Jahren wieder. Volpi ist seit 2020 an Boyum beteiligt. Ein weiterer Eigentümerwechsel bei Boyum, und damit auch bei Perfion, ist deshalb in den kommenden Jahren möglich. Das ist kein Grund gegen Perfion, sollte aber in die Vertragsgestaltung einfließen.

Weitere Zukäufe

Volpi sucht ausdrücklich weitere Unternehmen im Bereich Produktdaten. Kommen weitere PIM-, DAM- oder Syndikationslösungen in die Gruppe, kann sich auch Perfions Rolle im Portfolio verändern.

Fünf Fragen an Boyum vor der Vertragsunterschrift

  1. Wer ist unser Vertragspartner, und wer leistet den Support in unserer Sprache und Zeitzone?
  2. Wie sieht die Roadmap für die nächsten zwei bis drei Jahre aus, und welche Rolle spielt dabei unser ERP?
  3. Welche Schnittstellen pflegt Boyum selbst, und welche hängen an einem Implementierungspartner?
  4. Was passiert mit unserer Installation, wenn Oberfläche und Technik auf das Boyum-Framework umgestellt werden?
  5. Welche Regelungen gelten bei einem Eigentümerwechsel, etwa zu Preisen, Laufzeiten und Datenexport?

Unsere Einschätzung

Perfion hat mit Boyum einen Eigentümer, der das Produkt sichtbar weiterentwickelt und es fest in sein ERP-nahes Portfolio eingebaut hat. Für mittelständische Hersteller und Händler mit SAP Business One oder Microsoft Dynamics ist das eher ein Vorteil. Wer eine andere Systemlandschaft hat oder ein PIM für viele Jahre auswählt, sollte die Eigentümerstruktur kennen, die Roadmap gezielt abfragen und Perfion mit zwei oder drei Alternativen vergleichen. Unser Perfion-Profil fasst die wichtigsten Fakten zum Anbieter zusammen, in unserem PIM-Anbieterverzeichnis finden Sie über 180 weitere Systeme.

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Häufige Fragen

Wem gehört Perfion?

Perfion gehört seit 2023 zu Boyum IT Solutions aus Dänemark. Boyum ist seit 2020 mehrheitlich im Besitz des Finanzinvestors Volpi Capital aus London.

Wann hat Boyum IT Perfion übernommen?

Boyum IT Solutions hat die Übernahme am 28. April 2023 vereinbart und Anfang Mai 2023 bekannt gegeben.

Wird Perfion weiterentwickelt?

Ja. 2025 kamen unter anderem ein Content Store, ein neuer Import-Assistent und KI-Funktionen hinzu. Für 2026 plant Boyum, Perfion an das Design und die Technik der übrigen Boyum-Produkte anzugleichen.

Wer ist der Ansprechpartner für Perfion in Deutschland?

Ansprechpartner in Deutschland ist die Boyum IT Solutions GmbH in Aachen.

Für welche Unternehmen eignet sich Perfion besonders?

Perfion passt vor allem zu mittelständischen Herstellern und Händlern, die SAP Business One oder Microsoft Dynamics 365 Business Central einsetzen. Dafür gibt es fertige Konnektoren und ein erfahrenes Partnernetz.

Quellen

Stand: 26. Oktober 2026

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