censhare unter dem Dach von Entirely: Was die Neuordnung bei DuMont für PIM- und DAM-Kunden bedeutet

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censhare gehört seit 2019 mehrheitlich der Kölner Mediengruppe DuMont. Seit Juli 2025 ist der Münchner Anbieter für Digital Asset Management, Product Information Management und Content Management Teil der neuen Entirely AG, in der DuMont seine gesamte Marketing-Software bündelt. Für censhare-Kunden ist das kein klassischer Verkauf an einen Finanzinvestor. Es verändert aber, wofür censhare steht, wer entscheidet und in welche Richtung sich die Plattform entwickelt. Wir ordnen ein, was bekannt ist und was Kunden jetzt klären sollten.

Kurz zusammengefasst

  • DuMont stieg 2017 mit 36,5 Prozent bei censhare ein und übernahm Anfang 2019 die Mehrheit.
  • Am 2. Juli 2025 gründete DuMont die Entirely AG mit Sitz in Baar (Schweiz). Dazu gehören censhare, die Marketingplanung MARMIND, die Marketing-Automation ELAINE, die Social-Media-Software Facelift und der Personalisierungsspezialist Epoq.
  • Die Gruppe hat nach eigenen Angaben über 400 Mitarbeitende und mehr als 2.800 Kunden. CEO von Entirely ist der bisherige censhare-Chef Tobias Ackermann.
  • Entirely positioniert sich als offenes Martech-Ökosystem. Eine öffentliche Produkt-Roadmap für censhare als PIM gibt es nicht.
  • Kunden sollten Roadmap, Ansprechpartner, Vertragsbedingungen und Betriebsmodell aktiv klären, bevor die nächste Verlängerung ansteht.

Was passiert ist: censhare und DuMont seit 2017

DatumEreignis
05/2017DuMont erwirbt 36,5 Prozent an der censhare AG. Die übrigen Anteile halten die Gründer Dieter Reichert, Robert Motzke und Walter Bauer.
01/2019DuMont übernimmt die Mehrheit und meldet die vollständige Übernahme beim Bundeskartellamt an.
10/2020Die censhare AG wird in die censhare GmbH umgewandelt.
10/2024DuMont kündigt Entirely an. Der Geschäftsbereich UNITED Marketing Technologies wird umbenannt, censhare, ELAINE, Facelift und MARMIND bilden die Basis.
04/2025DuMont übernimmt den Personalisierungsspezialisten Epoq.
02.07.2025Gründung der Entirely AG in Baar. CEO wird Tobias Ackermann, CFO Laurence Gaubert, beide zuvor in gleicher Funktion bei censhare. Verwaltungsratspräsident ist DuMont-CEO Christoph Bauer.
07/2025Neue Geschäftsführung bei der censhare GmbH; Alexander Röthinger ist CTO und Geschäftsführer von censhare und sitzt im Management Board von Entirely.
12/2025censhare und MARMIND integrieren die Portal-Software von Smint.io (OEM). Kunden können damit Markenportale für Mediendownloads und Vertrieb aufbauen.
05/2026DuMont meldet für 2025 einen Umsatz von 474 Mio. Euro (plus 5 Prozent). Marketing Technology ist einer von drei Geschäftsbereichen.

Stand: 29. Oktober 2026.

Was Entirely ist

Entirely ist die Dachgesellschaft für die Marketing-Software von DuMont. Sie bündelt Anbieter, die bisher eigenständig am Markt waren:

  • censhare: DAM, PIM und Content Management auf einer Plattform, Sitz München
  • MARMIND: Marketing-Ressourcen-Management, also Planung, Budget und Kampagnensteuerung
  • ELAINE: Marketing-Automation und E-Mail-Marketing
  • Facelift: Social-Media-Management
  • Epoq: KI-gestützte Personalisierung für Empfehlungen und Suche

DuMont-CEO Christoph Bauer formuliert das Ziel, einen „europäischen MarTech-Champion“ zu schaffen. Entirely beschreibt sich als offenes, KI-gestütztes Ökosystem, das neue und bestehende Martech-Lösungen verbindet, und betont Wachstum „durch Offenheit, nicht durch Konsolidierung“. Die einzelnen Marken bestehen weiter. Ob und wann sie zu einer gemeinsamen Plattform zusammenwachsen, ist öffentlich nicht beschrieben.

Kein Finanzinvestor, aber ein neuer Fokus

Bei Salsify, Pimcore oder 4ALLPORTAL sind Finanzinvestoren eingestiegen, die nach einigen Jahren wieder verkaufen wollen. Bei censhare ist das anders: DuMont ist ein Familienunternehmen, das censhare seit fast zehn Jahren hält und Marketing Technology als eigenen Geschäftsbereich ausbaut. Ein Exit-Druck ist nicht bekannt.

Die Veränderung liegt woanders. censhare war lange ein eigenständiger Spezialist für Medien, Produktdaten und Publikation. In Entirely ist censhare ein Baustein in einer Gruppe, die sich vor allem an Marketingabteilungen richtet: Planung, Automation, Social Media, Personalisierung. Für Kunden, die censhare vor allem als DAM für das Marketing nutzen, passt das gut. Für Kunden, die censhare als PIM für komplexe Produktdaten, Kataloge und Lieferantendaten einsetzen, stellt sich die Frage, welchen Stellenwert diese Funktionen künftig haben.

Was das für censhare-Kunden bedeutet

Chancen

  • Stabiler Eigentümer: DuMont wächst nach eigenen Angaben seit fünf Jahren bei Umsatz und Ergebnis und will weiter in KI investieren.
  • Durchgängige Marketingprozesse: Inhalte aus censhare lassen sich mit Kampagnenplanung (MARMIND), Automation (ELAINE) und Social Media (Facelift) aus einer Hand verbinden.
  • Neue Funktionen über Partner: Mit Smint.io kamen Markenportale hinzu, die mehrere censhare-Anwendungen in einer Oberfläche bündeln.

Risiken

  • Prioritäten in der Entwicklung: Wenn die Gruppe ihre Mittel auf Marketing-Anwendungen konzentriert, könnten PIM-Themen wie komplexe Datenmodelle, Lieferanten-Onboarding oder Datenstandards weniger Gewicht bekommen. Belegt ist das nicht; eine öffentliche PIM-Roadmap fehlt aber.
  • Wechsel im Management: Die bisherige censhare-Spitze führt jetzt die Gruppe. Ansprechpartner und Entscheidungswege können sich dadurch verschieben.
  • Bündelangebote: Paketpreise für mehrere Entirely-Produkte können attraktiv sein, erschweren aber später den Wechsel einzelner Bausteine.

Was Sie jetzt klären sollten

  1. Roadmap: Welche PIM-Funktionen entwickelt censhare in den nächsten 24 Monaten weiter, und welche Rolle spielt PIM in der Entirely-Strategie?
  2. Betrieb: Läuft Ihr System in der censhare Cloud oder im eigenen Rechenzentrum, und wie lange wird Ihr Betriebsmodell unterstützt?
  3. Vertrag: Laufzeit, Kündigungsfristen, Preisgleitklauseln und was bei einer Änderung der Gesellschafterstruktur gilt.
  4. Ansprechpartner: Wer ist für Ihren Account, Support und Ihre Partner zuständig, censhare oder Entirely?
  5. Datenportabilität: Wie kommen Sie mit Daten, Medien und Datenmodell aus dem System, falls Sie später wechseln wollen?

Diese Fragen prüfen wir mit Ihnen im PIM Vendor & Contract Review. Wenn Sie Alternativen kennenlernen möchten, finden Sie einen Überblick unter censhare-Alternativen. Das Anbieterprofil steht unter censhare.

Fazit

censhare ist nicht verkauft worden, sondern hat innerhalb von DuMont eine neue Rolle bekommen. Das gibt Stabilität, verschiebt aber den Schwerpunkt Richtung Marketing. Kunden, die censhare vor allem als DAM nutzen, profitieren eher. Wer censhare als zentrales PIM für komplexe Produktdaten einsetzt, sollte sich die Roadmap schriftlich bestätigen lassen und seinen Vertrag rechtzeitig prüfen. Weitere Eigentümerwechsel im Markt finden Sie im PIM-Konsolidierungs-Report 2026.

Häufige Fragen

Wem gehört censhare?

censhare gehört der DuMont Mediengruppe aus Köln, die 2017 eingestiegen ist und Anfang 2019 die Mehrheit übernommen hat. Seit Juli 2025 ist censhare Teil der Entirely AG, der Martech-Gesellschaft von DuMont.

Was ist Entirely?

Entirely ist die im Juli 2025 gegründete Dachgesellschaft für die Marketing-Software von DuMont mit Sitz in Baar (Schweiz). Dazu gehören censhare, MARMIND, ELAINE, Facelift und Epoq, zusammen über 400 Mitarbeitende und mehr als 2.800 Kunden.

Wird censhare eingestellt?

Dafür gibt es keine Hinweise. Entirely führt censhare als eigene Marke weiter und betont Offenheit statt Konsolidierung. Eine öffentliche Roadmap, wie sich censhare als PIM weiterentwickelt, gibt es allerdings nicht.

Sollten censhare-Kunden jetzt wechseln?

Nicht automatisch. Sinnvoll ist, Roadmap, Vertrag und Betriebsmodell jetzt zu prüfen und die Antworten mit den eigenen Anforderungen abzugleichen. Erst wenn wichtige PIM-Anforderungen nicht mehr abgedeckt sind, lohnt sich ein Vergleich mit Alternativen.

Quellen

Herstellerneutrale Beratung anfragen

Sie setzen censhare ein oder haben es auf Ihrer Shortlist? Schreiben Sie uns kurz, welche Systeme Sie nutzen und wo Sie gerade stehen.

Wir melden uns mit einer ersten Einschätzung und einem Vorschlag für die nächsten Schritte.

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