
Datenstrategie 2025: Warum PIM mehr als nur ein IT-Projekt ist
PIM bildet die strategische Basis für digitale Geschäftsmodelle, bessere Kundenerlebnisse und schnellere Markteinführungen – mit messbarem Mehrwert für Unternehmen jeder Branche.
Was ist ISCM?
Stand: Oktober 2026 · von Matthias Kant, PIM-Consultants
Im klassischen Supply Chain Management geht es um den Fluss von Waren vom Lieferanten bis zum Kunden. Information Supply Chain Management überträgt diesen Gedanken auf Produktdaten. Bevor ein Produkt verkauft werden kann, brauchen Shop, Katalog und Händler Texte, Merkmale, Bilder und Dokumente. Diese Informationen entstehen an vielen Stellen im Unternehmen und bei Lieferanten. Ein PIM-System ist der zentrale Knoten dieser Informationslieferkette, ergänzt um ERP, PLM und DAM.
Die digitale Lieferkette umfasst alles, was mit der Beschaffung, Aufbereitung und Weitergabe von Daten und Informationen zu tun hat. Ziel des ISCM ist, diese Informationslieferketten innerhalb eines Unternehmens und über Unternehmensgrenzen hinweg optimal zu gestalten, also auch mit Lieferanten, Händlern und Dienstleistern.
| Klassische Supply Chain | Information Supply Chain | Was dort passiert |
|---|---|---|
| Beschaffung | Datenbeschaffung | Rohdaten aus ERP, PLM, von Lieferanten und aus der Medienproduktion zusammenführen |
| Produktion | Datenaufbereitung | aus Rohdaten verkaufsfähige Informationen machen: bereinigen, klassifizieren, texten, übersetzen |
| Distribution | Datendistribution | die Informationen im passenden Format an Print, Website, Shop, Händler und Echtzeit-Kanäle liefern |
Der wichtigste Unterschied zur Warenlogistik: Digitale Güter lassen sich jederzeit verändern. Die Aufbereitung ist deshalb nie abgeschlossen, sondern zyklisch, volatil und mehrschichtig.
Hier kommen die Rohdaten zusammen: Stammdaten aus dem ERP, technische Daten aus dem PLM, Lieferantendaten, Texte aus dem Marketing und Bilder aus der Fotoproduktion. Strukturierte Daten wie Merkmale stehen neben unstrukturierten wie Datenblättern. Im PIM-Wiki heißt dieser Schritt Collection. Wie sich Lieferanten direkt einbinden lassen, zeigt der Beitrag Lieferanten-Onboarding.
Aus Rohdaten werden verkaufsfähige Informationen. Dubletten werden zusammengeführt (Consolidation), Produkte klassifiziert, Texte geschrieben und übersetzt, Medien verknüpft (Enrichment). Anders als Waren ändern sich Informationen ständig. Die Aufbereitung ist deshalb ein laufender Prozess mit klaren Zuständigkeiten und Workflows.
Die aufbereiteten Informationen gehen an die Kanäle. Wir unterscheiden vier Arten: statische, nicht-digitale Kanäle wie den gedruckten Katalog, statische digitale Kanäle wie PDF-Datenblätter, Commerce-Kanäle wie Onlineshop und Marktplätze sowie Echtzeitkanäle wie Apps, Kassen und KI-Assistenten. Mehr dazu unter Distribution von Produktdaten.

Wo steht Ihr Unternehmen?
Mit der PIM-Checkliste klären Sie in drei Minuten, ob sich ein PIM-System für Sie lohnt und welche Systeme in Frage kommen. Wir schicken Ihnen eine erste Shortlist per E-Mail.
Jede Ebene besteht aus vier Bausteinen. Zusammen ergeben sie eine Landkarte, auf der sich die vielen Lösungen am Markt einordnen lassen, von PIM und DAM über CMS und Shop bis zu Marketing Resource Management.
Beschaffen, Verwalten und Umwandeln von Assets aller Art, vor allem Bilder, Videos und Texte. Hier liegt oft der größte Schmerz, und deshalb ist es häufig der erste Schritt am Beginn der Digitalisierung.
Typische Systeme: DAM, MAM, Video Asset Management
Organisation und Verwaltung bereits strukturierter Daten wie Produkt- oder Kundendaten.
Typische Systeme: ERP, MDM, PIM, CRM, PLM
Unstrukturierte und strukturierte Daten müssen zusammenspielen, um nutzbar zu sein. Dazu gehören Integration, Prozessmanagement, Geschäftsregeln und Datenqualität.
Typische Themen: Schnittstellen, Business Rules, Datenqualität
Die Königsdisziplin der Beschaffung: aus dem vorhandenen Datenbestand neues Wissen gewinnen.
Typische Themen: Echtzeit-Technologien, Reporting, Analytics, Big Data, Business Intelligence
Anreicherung und Anpassung von Informationen für den internationalen Einsatz, einschließlich semantischer und kultureller Anpassungen.
Typische Themen: Mehrsprachigkeit, Terminologie, Semantik
Erstellung und Bereitstellung von Vorlagen für die Ausgabekanäle.
Typische Themen: Print, Online und Mobile Publishing
Lösungen, mit denen Marketing und Vertrieb ihre Kommunikation planen und steuern.
Typische Themen: Marketing Resource Management, Whiteboarding, Marketing Automation, KI
Damit die Aufbereitung effizient und zielgerichtet läuft, braucht es klare Abläufe und Zuständigkeiten.
Typische Themen: Workflow-Management, Rollen, Freigaben, Zusammenarbeit
Vor allem die Printproduktion, weiterhin eine wichtige Form der Content-Produktion. Der Inhalt hat bei der Veröffentlichung eine feste Form.
Typische Themen: Kataloge, Preislisten, Farbmanagement, Softproofing
Auch digital wird oft Content veröffentlicht, der danach nicht mehr verändert wird, obwohl eine Dynamisierung möglich wäre.
Typische Systeme: CMS, Webseiten, PDF-Datenblätter, mobile Ansichten
Hier müssen alle Voraussetzungen für den Verkauf zusammenkommen: Ist das Produkt lieferbar, welcher Preis gilt gerade, was gilt bei mehreren Artikeln, wie laufen Logistik, Bezahlung und Rechtliches?
Typische Systeme: Onlineshop, B2B-Portal, Marktplätze, Händleranbindung
Die Königsdisziplin der Distribution: Genau im Moment des Kundenerlebnisses entsteht der Inhalt in Echtzeit aus granularen Daten und wird an die passende Oberfläche ausgeliefert.
Typische Kanäle: Apps, Chatbots, NFC, KI-Assistenten und Agenten
Mit dem ISCM-Modell lässt sich jedes System einordnen. So sehen Sie, welche Bausteine abgedeckt sind, wo sich Systeme überschneiden und wo Lücken bleiben.
| System | Ebene | Baustein |
|---|---|---|
| PIM | Beschaffung und Aufbereitung | strukturierte Daten, Orchestrierung, Globalisierung, Steuerung |
| ERP, PLM, CRM | Beschaffung | strukturierte Daten |
| MDM | Beschaffung | strukturierte Daten, Datenqualität |
| DAM / MAM | Beschaffung | unstrukturierte Daten |
| Übersetzungsmanagement | Aufbereitung | Globalisierung von Informationen |
| Database Publishing | Aufbereitung und Distribution | Kommunikationsgestaltung, Print |
| Marketing Resource Management | Aufbereitung | Planung von Kommunikation |
| CMS | Distribution | statische digitale Kanäle |
| Onlineshop, Marktplätze | Distribution | Commerce-Kanäle |
| Chatbots, KI-Assistenten | Distribution | Echtzeit-Kanäle |
| BI und Analytics | Beschaffung | Wissensnetze |
Wie gut funktioniert Ihre Informationslieferkette?
Der Omnichannel Health Check zeigt entlang Ihrer Quellen, Prozesse und Kanäle, wo Daten hängen bleiben und wo sich ein PIM am meisten lohnt.
Das Modell ist kein Selbstzweck. Es hilft, die eigene Informationslieferkette Schritt für Schritt sichtbar zu machen und zu verbessern.
Wo entstehen Produktinformationen heute: im ERP, im PLM, bei Lieferanten, in Excel oder in den Köpfen einzelner Mitarbeiter?
Wer pflegt welche Information, wer gibt frei, und wo gibt es Doppelarbeit oder Lücken?
Wie gut ist jeder der zwölf Bausteine heute abgedeckt, und welche Kanäle sollen künftig bedient werden?
Welche Systeme decken welche Bausteine ab, wo braucht es ein PIM, ein DAM oder eine bessere Integration?
Wie Sie die Umsetzung planen, beschreibt die Seite PIM-Einführung.
Wer seine Informationslieferkette nicht steuert, pflegt dieselben Daten mehrfach, liefert widersprüchliche Angaben an Händler und braucht zu lange, bis neue Produkte verkaufsfähig sind. Mit ISCM wird sichtbar, wo Daten entstehen, wer sie verantwortet und wo sie hängen bleiben. Das ist auch die Grundlage für KI: Agenten und Assistenten können nur mit Daten arbeiten, die vollständig und strukturiert vorliegen.
Wie Sie eine PIM-Einführung entlang dieser drei Ebenen planen, beschreibt die Seite PIM-Einführung. Welchen Nutzen das bringt, zeigt PIM-Nutzen.
Sie möchten Ihre Informationslieferkette besprechen?
Wir ordnen Ihre Systemlandschaft herstellerunabhängig ein und zeigen, welche Bausteine Sie zuerst angehen sollten.
ISCM steht für Information Supply Chain Management. Gemeint ist die Steuerung des gesamten Wegs, den Produktinformationen von ihrer Entstehung bis zum Kunden nehmen.
ISCM ist der Denkansatz für die gesamte Informationslieferkette. PIM ist das zentrale System darin, in dem Produktinformationen gesammelt, angereichert und verteilt werden.
Typisch sind ERP und PLM als Quellen, Lieferantenportale, PIM und DAM in der Mitte sowie Onlineshop, Marktplätze, Print und Datenpools als Ausgabekanäle.
Datenbeschaffung, Datenaufbereitung und Datendistribution. In der Beschaffung werden Rohdaten zusammengeführt, in der Aufbereitung entstehen daraus verkaufsfähige Informationen, und in der Distribution gehen sie an Print, Website, Shop, Händler und Echtzeit-Kanäle.
Kanäle, in denen der Inhalt genau im Moment des Kundenkontakts aus granularen Daten erzeugt wird, etwa in Apps, Chatbots oder KI-Assistenten. Das setzt vollständig strukturierte Produktdaten voraus.
KI kommt auf allen Ebenen vor: beim Auswerten und Klassifizieren von Rohdaten, beim Schreiben und Übersetzen von Texten und als Echtzeit-Kanal in Form von Assistenten und Agenten. Sie funktioniert aber nur so gut wie die Daten, auf die sie zugreift.
Mit einer Bestandsaufnahme: Welche Datenquellen gibt es, wer ist zuständig, und welche Kanäle sollen bedient werden? Daraus ergibt sich, welche Bausteine zuerst verbessert werden sollten. Eine gute Grundlage ist der kostenlose Omnichannel Health Check.
Wie gut funktioniert Ihre Information Supply Chain?
Unser Assessment bewertet Architektur, Datenmodell, Governance und Organisation entlang der gesamten Informationslieferkette.
Oder zuerst den AI Readiness Quick-Check machen.
PIM-WISSEN

PIM bildet die strategische Basis für digitale Geschäftsmodelle, bessere Kundenerlebnisse und schnellere Markteinführungen – mit messbarem Mehrwert für Unternehmen jeder Branche.

Burkhard Dohr bringt über zwei Jahrzehnte Erfahrung im PIM- und MDM-Umfeld mit und verstärkt ab Mai 2025 das Team der PIM-Consultants. Mit seinem Hintergrund bei Informatica und pirobase imperia!

Wer Produkte über mehrere Kanäle vermarktet, braucht mehr als Prozesse – ein PIM-System sorgt für zentral gepflegte, angereicherte und konsistente Produktinformationen.

Ein ERP-System ist entscheidend für Geschäftsprozesse, aber für die effiziente Verwaltung und Verteilung umfangreicher Produktdaten über Kanäle hinweg ist ein PIM-System unerlässlich.

Zentral, dezentral oder hybrid? Welches Implementierungsmodell ist für Ihr PIM-Projekt am sinnvollsten? Wir geben Ihnen einen Überblick zu den jeweiligen Vor- und Nachteilen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Fragen Sie sich selbst und dem Anbieter einer PIM-Demo stellen sollten. Bereiten Sie sich mit unseren Fragen optimal auf eine PIM-Demo vor.

In diesem Beitrag geht es um das Thema „PIM-Beratung“ und wann es sinnvoll ist eine anzufordern. Sie erfahren außerdem mit welchen Leistungen PIM-Berater*Innen Sie unterstützen können.

In diesem Beitrag erläutern wir wichtige PIM-Vorteile für Unternehmen jeglicher Branchen und Größen, die sich im Omnichannel Commerce behaupten möchten.

prodexa ist der neue Name des Softwareherstellers Opus Capita / jCatalog

Klären Sie in 3 Minuten ob der Einsatz eines PIM-Systems für Sie Vorteile bringt und welche PIM-Systeme für sie in Frage kommen könnten!
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