Unsere Definition

Was ist PIM? Definition, Aufgaben und Nutzen

Kurz gesagt: PIM (Product Information Management) ist Software, die alle Produktinformationen eines Unternehmens an einer Stelle sammelt, pflegt und an Onlineshop, Marktplätze, Print-Katalog und Handelspartner verteilt. Es ergänzt das ERP, das Preise und Bestände führt, um Texte, Merkmale, Bilder und Dokumente.

Ein PIM-System ist damit die zentrale Datenquelle (Single Source of Truth) für alles, was ein Produkt beschreibt. Es holt Daten aus ERP, PLM, von Lieferanten und aus Fachabteilungen, bereinigt und ergänzt sie und gibt sie vollständig, aktuell und im richtigen Format an jeden Kanal weiter.

1 Quellefür alles, was ein Produkt beschreibt (Single Source of Truth)
5 Aufgabensammeln, bereinigen, anreichern, prüfen, verteilen
90+ Anbieterin unserer herstellerneutralen Marktübersicht
1.000+ Artikelab einigen tausend Artikeln lohnt sich ein PIM typischerweise

Stand: Oktober 2026 · von Matthias Kant, PIM-Consultants

Was macht ein PIM-System?

  • Daten sammeln: Import aus ERP, PLM, Lieferantendateien und Altsystemen (Collection).
  • Daten bereinigen: Dubletten zusammenführen, Formate vereinheitlichen (Consolidation).
  • Daten anreichern: Texte, Attribute, Klassifikationen, Bilder und Übersetzungen ergänzen (Enrichment).
  • Qualität prüfen: Pflichtfelder, Validierungsregeln und Freigaben über Workflows.
  • Daten verteilen: Export an Shop, Marktplätze, Datenpools, Print und Händler (Distribution).

Wie die Aufgaben im Detail aussehen, zeigen die Abschnitte Aufgaben und Prozesse weiter unten.

Grafik: So funktioniert ein PIM-System. Quellen wie ERP, PLM, Lieferanten und Fachabteilungen liefern Daten ins PIM, das sie sammelt, bereinigt, anreichert, prüft und an Onlineshop, Marktplätze, Print, Händler und KI-Anwendungen verteilt
So funktioniert ein PIM-System: von den Quellen über fünf Aufgaben in alle Kanäle

PIM, ERP, MDM und DAM: die Abgrenzung

Ein PIM ersetzt keines dieser Systeme, sondern ergänzt sie. Entscheidend ist, welches System für welche Information führend ist.

SystemWofür es da istTypische DatenHauptnutzer
PIMProduktinformationen für Marketing und Vertrieb vollständig und kanalgerecht bereitstellenTexte, Merkmale, Klassifikationen, Beziehungen, Übersetzungen, MedienverweiseProduktmanagement, Marketing, E-Commerce
ERPkaufmännische Prozesse steuern. Mehr dazu im Beitrag PIM und ERPArtikelnummer, Preise, Bestände, Aufträge, LogistikdatenEinkauf, Vertrieb, Logistik, Buchhaltung
MDMStammdaten über mehrere Domänen hinweg vereinheitlichen (Master Data Management). Siehe PIM vs. MDMKunden, Lieferanten, Produkte, StandorteIT, Datenmanagement
DAMBilder, Videos und Dokumente verwalten (Digital Asset Management). Viele PIM-Systeme haben ein DAM-Modul eingebautProduktfotos, Videos, Zeichnungen, DatenblätterMarketing, Grafik
PLMEntwicklung und Konstruktion begleiten, bevor ein Produkt verkauft wird (Product Lifecycle Management)Stücklisten, CAD-Daten, technische SpezifikationenEntwicklung, Konstruktion

Faustregel: Das ERP weiß, was ein Produkt kostet und wo es liegt. Das PIM weiß, wie man es beschreibt und verkauft.

Für wen lohnt sich ein PIM?

Ein PIM lohnt sich, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen: mehrere tausend Artikel oder viele Varianten, viele Merkmale je Produkt, mehrere Sprachen, mehrere Verkaufskanäle, Händler, die Daten in bestimmten Formaten erwarten (zum Beispiel BMEcat oder ETIM), und Produktdaten, die heute in Excel-Listen verteilt sind. Welche Vorteile das konkret bringt, zeigt die Seite PIM-Nutzen.

Woran Sie merken, dass Sie ein PIM brauchen

  • Produktdaten liegen in vielen Excel-Listen, und niemand weiß genau, welche Version aktuell ist.
  • Dasselbe Produkt steht in Shop, Katalog und auf Marktplätzen mit unterschiedlichen Angaben.
  • Ein neuer Kanal oder ein neues Land bedeutet wochenlange Handarbeit.
  • Händler verlangen Daten in Formaten wie BMEcat oder ETIM, die Sie nur mühsam liefern können.
  • Für jeden Katalog sind viele Korrekturläufe nötig, weil Preise, Texte oder Bilder nicht stimmen.
  • Produktwissen steckt in den Köpfen weniger Mitarbeiter.
  • Retouren und Rückfragen entstehen, weil Angaben fehlen oder falsch sind.

Treffen drei oder mehr Punkte zu, lohnt sich ein genauerer Blick.

Lohnt sich ein PIM für Ihr Unternehmen?

Mit der PIM-Checkliste klären Sie in drei Minuten, ob sich ein PIM-System für Sie lohnt und welche Systeme in Frage kommen. Wir schicken Ihnen eine erste Shortlist per E-Mail.

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Praxisbeispiel: ein Produkt vor und nach dem PIM

Nehmen wir einen Hersteller von Industriekomponenten mit einigen tausend Artikeln. Vor dem PIM sind die Informationen zu einem Produkt über viele Orte verteilt. Danach gibt es einen vollständigen Datensatz, aus dem alle Kanäle bedient werden.

InformationVorherMit PIM
Artikelnummer, Preis, BestandERPweiterhin ERP, per Schnittstelle im PIM sichtbar
Technische MerkmaleFließtext in einem ERP-Feld oder in Excelstrukturierte Attribute, filterbar, nach ETIM oder ECLASS klassifiziert
Produkttexteim Katalog-Layout, je Kanal neu geschriebenkurze, mittlere und lange Fassung, zentral gepflegt
Bilder und DatenblätterDateisystem, mehrere Versionenim DAM oder PIM, mit dem Produkt verknüpft
Übersetzungenper E-Mail an Agenturen, Rücklauf in WordÜbersetzungs-Workflow im System
Zubehör und Nachfolgerim Kopf des Produktmanagersals Beziehungen gepflegt, für Cross-Selling nutzbar
Freigabeper E-Mail und ZurufWorkflow mit Pflichtfeldern und Freigabe je Kanal

Wie finde ich das passende PIM?

Am Markt gibt es weit über hundert PIM-Systeme. Unsere Übersicht der PIM-Anbieter ordnet über 180 davon ein. Wie Sie mit unserer unabhängigen PIM-Beratung systematisch zum passenden System kommen, beschreibt die PIM-Auswahl in sechs Schritten, und mit welchen Kosten Sie rechnen sollten, die Seite PIM Implementierung & Kosten.

Welche Arten von PIM-Systemen gibt es?

SaaS oder On-Premise

Die meisten Anbieter setzen heute auf Cloud-Betrieb als SaaS. On-Premise oder Private Cloud ist vor allem gefragt, wenn eigene IT-Vorgaben oder besondere Integrationen das verlangen.

Open Source oder Lizenz

Open-Source-Systeme sparen die Lizenzkosten, nicht aber Einführung, Betrieb und Weiterentwicklung. Sie passen gut, wenn Sie einen starken Implementierungspartner haben.

Suite oder Spezialist

Manche Systeme decken PIM, DAM, MDM und Syndication in einer Plattform ab, andere konzentrieren sich auf eine Aufgabe und werden mit weiteren Systemen kombiniert.

Welche Variante passt, hängt von Sortiment, Kanälen, IT-Landschaft und Budget ab. Einen Überblick über die Systeme bietet unsere Übersicht der PIM-Anbieter.

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Ziele und Ergebnisse eines PIM

Ein PIM wirkt auf drei Ebenen: strategisch, taktisch und operativ, wo es den Umsatz steigert und die Kosten senkt.

Strategisch

  • E-Commerce: Bessere Rankings in Suchmaschinen, höhere Verweildauer in Onlineshops und auf Marktplätzen, Cross- und Upselling-Potenziale ausschöpfen
  • Schnellere Time-to-Market: Ausgabekanäle wie Onlineshops, Marktplätze, Portale, Apps, Kataloge, etc können schneller bespielt werden
  • Konsistente Produktkommunikation: Vollständige Produktinformationen im korrekten Format über die gesamte Customer Journey hinweg

Taktisch

  • Komplexität verwalten für mehr Effizienz: Produkte, Varianten, Bundles, Attribute, Sprachen, Preise, Lieferanten, Länder, Kanäle, kundenspezifische Sortimente, uvm.
  • Kontrollierte Content Verteilung für erfolgreiches Omnichannel Commerce: Web, App, Marktplätze und Portale, Katalog/Print, Stores, PoS
  • Einhaltung gesetzlicher Anforderungen und Compliance inkl. CSR-Berichterstattung

Operativ: mehr Umsatz

  • Mehr Conversions: Höhere Verweildauer in Onlineshops und auf Marktplätzen, fundierte Kaufentscheidungen, Senkung der Retourenquoten
  • Verbesserte Customer Experience: Stichwortsuche, Navigation, Filterung und Vergleiche
  • Höhere Kundenzufriedenheit: Umfangreiche Produktbeschreibungen, Möglichkeit der Produktkonfiguration, verbesserte Online-Beratung
  • Personalisierung: Relevante Produktbeziehungen für Cross- und Upselling

Operativ: niedrigere Kosten

  • Minimierung von Fehlerquellen in der Datenverwaltung durch Workflow-Automation und individuelle Validierungsregeln
  • Auslagerung von PIM-Prozessen an Lieferanten
  • Schnelle Übersetzung und Bereitstellung von Produktinformationen für unterschiedliche Märkte und Länder
  • Dynamische und automatische Prozesse reduzieren die Produktionszeiten im Marketing und Vertrieb

Wie gut versorgen Ihre Produktdaten alle Kanäle?

Der Omnichannel Health Check zeigt, wo Lücken in Daten, Prozessen und Systemen liegen und wo sich ein PIM am meisten lohnt.

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Aufgaben eines PIM-Systems

Die Aufgaben folgen dem Fluss der Produktinformationen, dem sogenannten Information Supply Chain Management (ISCM): vom Sammeln der Daten bis zur Verteilung in die Kanäle.

Daten sammeln
  • Importieren
  • Darstellen
  • Umwandeln
Daten bereinigen
  • Säubern
  • Verbinden
  • Zusammenfassen
Daten bereichern
  • Klassifikation & Kategorisierung
  • Management der Attribute
  • Verknüpfungen
  • Media Assets
Daten qualifizieren
  • Datenvalidierung
  • Überprüfung auf Vollständigkeit
Daten verteilen
  • Onlineshops
  • Apps
  • Marktplätze
  • (B2B) Portale
  • Kataloge / Print
  • Point of Sale
Daten verarbeiten
  • Versionen & Revisionen
  • Rollen & Rechte
  • Workflows

PIM: typische Prozesse

Die folgenden Geschäftsprozesse können mit PIM abgebildet werden.

Stammdatenmanagement
  • Alle Daten auf einen Blick
  • Datentransfer und Monitoring
  • Produktdaten modellieren und bearbeiten
  • Validierung der Produktdaten nach Branchenstandards
  • Historie mit Änderungsbelegen
  • Integration und Syndizierung von Daten
Category Management
  • Kategoriemapping
  • Synchronisation
  • Kategoriebaum
  • Datenanreicherung
  • Produktzuordnung
  • Produktrangliste
Klassifikation und Attributverwaltung
  • Maßeinheitsmanagement
  • Katalog- & Sortimentsverwaltung
  • Datenqualitätsmanagement
  • Produktlebenszyklus-Management
  • Publikationsmanagement
  • Anreicherung Produktinformationen
  • Produktlokalisierung und Übersetzung
  • Berechtigungen und Benutzerverwaltung
  • Media Asset Management
  • Workflow Management
  • Lieferantenmanagement
  • Preismanagement
  • Massenmutationen
  • Datenimport / -exportverwaltung

Warum PIM 2026 wichtiger wird

Drei Entwicklungen machen strukturierte Produktdaten vom Wettbewerbsvorteil zur Pflicht.

KI-Suche und Agentic Commerce

KI-Assistenten empfehlen und bestellen Produkte zunehmend selbst. Das klappt nur mit vollständigen, maschinenlesbaren Daten. Mehr dazu im Beitrag MCP und Agentic Commerce.

Digitaler Produktpass

Die EU führt schrittweise den Digitalen Produktpass ein. Viele der geforderten Angaben gehören ins PIM. Siehe DPP und PIM-System.

Pflichtangaben im Handel

Regeln wie die Produktsicherheitsverordnung GPSR verlangen zusätzliche Angaben in jedem Verkaufskanal. Mehr dazu auf der Seite PIM für E-Commerce.

Einführung und Kosten in Kürze

Einführung: Eine PIM-Einführung gelingt, wenn zuerst die Regeln für die Inhalte, die Zuständigkeiten und das Zielbild der Kanäle feststehen und erst danach das System konfiguriert wird. Im Mittelstand dauert es meist sechs bis zwölf Monate bis zum ersten produktiven Kanal. Mehr dazu unter PIM-Einführung.

Kosten: Zu den Lizenz- oder Abokosten kommen Einführung, Datenmigration, Schnittstellen und der laufende Betrieb. Die Datenmigration wird am häufigsten unterschätzt. Eine Übersicht mit Kostentreibern und Gesamtkosten über fünf Jahre finden Sie unter PIM-Kosten.

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Häufige Fragen zu PIM

Was bedeutet PIM?

PIM steht für Product Information Management, auf Deutsch Produktinformationsmanagement. Gemeint sind Software und Prozesse, mit denen ein Unternehmen alle Produktinformationen zentral pflegt und an seine Kanäle verteilt.

Was ist der Unterschied zwischen PIM und ERP?

Das ERP führt kaufmännische Daten wie Artikelnummer, Preis, Bestand und Aufträge. Das PIM ergänzt alles, was ein Produkt beschreibt und verkauft: Texte, Merkmale, Bilder, Dokumente und Übersetzungen.

Für wen lohnt sich ein PIM?

Ein PIM lohnt sich, sobald viele Produkte, Varianten oder Sprachen in mehreren Kanälen gepflegt werden und Excel oder das ERP an Grenzen stoßen. Typisch sind Hersteller und Händler ab einigen tausend Artikeln.

Was kostet ein PIM-System?

Im größeren Mittelstand liegt die Software je nach Klasse bei rund 100.000 bis 500.000 Euro, die Einführung bei etwa 150.000 bis 250.000 Euro. Open-Source-Systeme sparen die Lizenz, nicht aber die Einführung.

Was ist ein Golden Record?

Der Golden Record ist der vollständige, geprüfte Mastersatz eines Produkts im PIM. Aus ihm werden alle Kanäle versorgt, damit überall dieselben Informationen erscheinen.

Was ist der Unterschied zwischen PIM und PXM?

PXM steht für Product Experience Management. Der Begriff betont, wie Produkte im jeweiligen Kanal präsentiert und erlebt werden. Viele Anbieter nutzen ihn für PIM-Systeme mit zusätzlichen Funktionen für Kanalanpassung, Syndication und Analyse. Die Grundlage bleibt das PIM.

Brauche ich zusätzlich ein DAM?

Nicht unbedingt. Viele PIM-Systeme haben ein DAM-Modul eingebaut, das für Produktbilder und Datenblätter reicht. Ein eigenes DAM lohnt sich, wenn sehr viele Medien, Videos oder Marketingmaterial ohne Produktbezug verwaltet werden.

Wie lange dauert eine PIM-Einführung?

Im Mittelstand dauert es meist sechs bis zwölf Monate bis zum ersten produktiven Kanal. Den größten Einfluss haben Datenqualität, Zahl der Schnittstellen und klare Zuständigkeiten.

Ist ein Open-Source-PIM eine Option?

Ja, vor allem für Unternehmen mit eigener IT oder einem starken Implementierungspartner. Open Source spart die Lizenz, nicht aber Einführung, Betrieb und Weiterentwicklung.

Sind Ihre Produktdaten bereit für ein PIM und für KI?

Wir prüfen herstellerunabhängig Datenmodell, Prozesse und Systeme und zeigen, wo Sie stehen.

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