
OpenDXP: Der neue Stern am Open-Source PIM-Himmel nach dem Pimcore-Lizenzbeben
Die Landschaft der unternehmensweiten Software zur Verwaltung von Produktinformationen (PIM), Stammdaten (MDM), digitalen Assets (DAM) und Inhalten
Unsere Definition
Ein PIM-System ist damit die zentrale Datenquelle (Single Source of Truth) für alles, was ein Produkt beschreibt. Es holt Daten aus ERP, PLM, von Lieferanten und aus Fachabteilungen, bereinigt und ergänzt sie und gibt sie vollständig, aktuell und im richtigen Format an jeden Kanal weiter.
Stand: Oktober 2026 · von Matthias Kant, PIM-Consultants
Wie die Aufgaben im Detail aussehen, zeigen die Abschnitte Aufgaben und Prozesse weiter unten.

Ein PIM ersetzt keines dieser Systeme, sondern ergänzt sie. Entscheidend ist, welches System für welche Information führend ist.
| System | Wofür es da ist | Typische Daten | Hauptnutzer |
|---|---|---|---|
| PIM | Produktinformationen für Marketing und Vertrieb vollständig und kanalgerecht bereitstellen | Texte, Merkmale, Klassifikationen, Beziehungen, Übersetzungen, Medienverweise | Produktmanagement, Marketing, E-Commerce |
| ERP | kaufmännische Prozesse steuern. Mehr dazu im Beitrag PIM und ERP | Artikelnummer, Preise, Bestände, Aufträge, Logistikdaten | Einkauf, Vertrieb, Logistik, Buchhaltung |
| MDM | Stammdaten über mehrere Domänen hinweg vereinheitlichen (Master Data Management). Siehe PIM vs. MDM | Kunden, Lieferanten, Produkte, Standorte | IT, Datenmanagement |
| DAM | Bilder, Videos und Dokumente verwalten (Digital Asset Management). Viele PIM-Systeme haben ein DAM-Modul eingebaut | Produktfotos, Videos, Zeichnungen, Datenblätter | Marketing, Grafik |
| PLM | Entwicklung und Konstruktion begleiten, bevor ein Produkt verkauft wird (Product Lifecycle Management) | Stücklisten, CAD-Daten, technische Spezifikationen | Entwicklung, Konstruktion |
Faustregel: Das ERP weiß, was ein Produkt kostet und wo es liegt. Das PIM weiß, wie man es beschreibt und verkauft.
Ein PIM lohnt sich, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen: mehrere tausend Artikel oder viele Varianten, viele Merkmale je Produkt, mehrere Sprachen, mehrere Verkaufskanäle, Händler, die Daten in bestimmten Formaten erwarten (zum Beispiel BMEcat oder ETIM), und Produktdaten, die heute in Excel-Listen verteilt sind. Welche Vorteile das konkret bringt, zeigt die Seite PIM-Nutzen.
Treffen drei oder mehr Punkte zu, lohnt sich ein genauerer Blick.
Lohnt sich ein PIM für Ihr Unternehmen?
Mit der PIM-Checkliste klären Sie in drei Minuten, ob sich ein PIM-System für Sie lohnt und welche Systeme in Frage kommen. Wir schicken Ihnen eine erste Shortlist per E-Mail.
Nehmen wir einen Hersteller von Industriekomponenten mit einigen tausend Artikeln. Vor dem PIM sind die Informationen zu einem Produkt über viele Orte verteilt. Danach gibt es einen vollständigen Datensatz, aus dem alle Kanäle bedient werden.
| Information | Vorher | Mit PIM |
|---|---|---|
| Artikelnummer, Preis, Bestand | ERP | weiterhin ERP, per Schnittstelle im PIM sichtbar |
| Technische Merkmale | Fließtext in einem ERP-Feld oder in Excel | strukturierte Attribute, filterbar, nach ETIM oder ECLASS klassifiziert |
| Produkttexte | im Katalog-Layout, je Kanal neu geschrieben | kurze, mittlere und lange Fassung, zentral gepflegt |
| Bilder und Datenblätter | Dateisystem, mehrere Versionen | im DAM oder PIM, mit dem Produkt verknüpft |
| Übersetzungen | per E-Mail an Agenturen, Rücklauf in Word | Übersetzungs-Workflow im System |
| Zubehör und Nachfolger | im Kopf des Produktmanagers | als Beziehungen gepflegt, für Cross-Selling nutzbar |
| Freigabe | per E-Mail und Zuruf | Workflow mit Pflichtfeldern und Freigabe je Kanal |
Am Markt gibt es weit über hundert PIM-Systeme. Unsere Übersicht der PIM-Anbieter ordnet über 180 davon ein. Wie Sie mit unserer unabhängigen PIM-Beratung systematisch zum passenden System kommen, beschreibt die PIM-Auswahl in sechs Schritten, und mit welchen Kosten Sie rechnen sollten, die Seite PIM Implementierung & Kosten.
Die meisten Anbieter setzen heute auf Cloud-Betrieb als SaaS. On-Premise oder Private Cloud ist vor allem gefragt, wenn eigene IT-Vorgaben oder besondere Integrationen das verlangen.
Open-Source-Systeme sparen die Lizenzkosten, nicht aber Einführung, Betrieb und Weiterentwicklung. Sie passen gut, wenn Sie einen starken Implementierungspartner haben.
Manche Systeme decken PIM, DAM, MDM und Syndication in einer Plattform ab, andere konzentrieren sich auf eine Aufgabe und werden mit weiteren Systemen kombiniert.
Welche Variante passt, hängt von Sortiment, Kanälen, IT-Landschaft und Budget ab. Einen Überblick über die Systeme bietet unsere Übersicht der PIM-Anbieter.
PIM-Systeme systematisch vergleichen
Mit der PIM-Kriterienliste bewerten Sie Anbieter nach einheitlichen Kriterien. Die KMU-Version mit 46 Prüffragen gibt es kostenlos als Excel.
Ein PIM wirkt auf drei Ebenen: strategisch, taktisch und operativ, wo es den Umsatz steigert und die Kosten senkt.
Wie gut versorgen Ihre Produktdaten alle Kanäle?
Der Omnichannel Health Check zeigt, wo Lücken in Daten, Prozessen und Systemen liegen und wo sich ein PIM am meisten lohnt.
Die Aufgaben folgen dem Fluss der Produktinformationen, dem sogenannten Information Supply Chain Management (ISCM): vom Sammeln der Daten bis zur Verteilung in die Kanäle.
Die folgenden Geschäftsprozesse können mit PIM abgebildet werden.
Drei Entwicklungen machen strukturierte Produktdaten vom Wettbewerbsvorteil zur Pflicht.
KI-Assistenten empfehlen und bestellen Produkte zunehmend selbst. Das klappt nur mit vollständigen, maschinenlesbaren Daten. Mehr dazu im Beitrag MCP und Agentic Commerce.
Die EU führt schrittweise den Digitalen Produktpass ein. Viele der geforderten Angaben gehören ins PIM. Siehe DPP und PIM-System.
Regeln wie die Produktsicherheitsverordnung GPSR verlangen zusätzliche Angaben in jedem Verkaufskanal. Mehr dazu auf der Seite PIM für E-Commerce.
Einführung: Eine PIM-Einführung gelingt, wenn zuerst die Regeln für die Inhalte, die Zuständigkeiten und das Zielbild der Kanäle feststehen und erst danach das System konfiguriert wird. Im Mittelstand dauert es meist sechs bis zwölf Monate bis zum ersten produktiven Kanal. Mehr dazu unter PIM-Einführung.
Kosten: Zu den Lizenz- oder Abokosten kommen Einführung, Datenmigration, Schnittstellen und der laufende Betrieb. Die Datenmigration wird am häufigsten unterschätzt. Eine Übersicht mit Kostentreibern und Gesamtkosten über fünf Jahre finden Sie unter PIM-Kosten.
Sie möchten Ihre Situation besprechen?
Ob erste Orientierung, Systemauswahl oder ein laufendes Projekt: Wir beraten herstellerunabhängig und sagen Ihnen offen, ob und welches PIM zu Ihnen passt.
PIM steht für Product Information Management, auf Deutsch Produktinformationsmanagement. Gemeint sind Software und Prozesse, mit denen ein Unternehmen alle Produktinformationen zentral pflegt und an seine Kanäle verteilt.
Das ERP führt kaufmännische Daten wie Artikelnummer, Preis, Bestand und Aufträge. Das PIM ergänzt alles, was ein Produkt beschreibt und verkauft: Texte, Merkmale, Bilder, Dokumente und Übersetzungen.
Ein PIM lohnt sich, sobald viele Produkte, Varianten oder Sprachen in mehreren Kanälen gepflegt werden und Excel oder das ERP an Grenzen stoßen. Typisch sind Hersteller und Händler ab einigen tausend Artikeln.
Im größeren Mittelstand liegt die Software je nach Klasse bei rund 100.000 bis 500.000 Euro, die Einführung bei etwa 150.000 bis 250.000 Euro. Open-Source-Systeme sparen die Lizenz, nicht aber die Einführung.
Der Golden Record ist der vollständige, geprüfte Mastersatz eines Produkts im PIM. Aus ihm werden alle Kanäle versorgt, damit überall dieselben Informationen erscheinen.
PXM steht für Product Experience Management. Der Begriff betont, wie Produkte im jeweiligen Kanal präsentiert und erlebt werden. Viele Anbieter nutzen ihn für PIM-Systeme mit zusätzlichen Funktionen für Kanalanpassung, Syndication und Analyse. Die Grundlage bleibt das PIM.
Nicht unbedingt. Viele PIM-Systeme haben ein DAM-Modul eingebaut, das für Produktbilder und Datenblätter reicht. Ein eigenes DAM lohnt sich, wenn sehr viele Medien, Videos oder Marketingmaterial ohne Produktbezug verwaltet werden.
Im Mittelstand dauert es meist sechs bis zwölf Monate bis zum ersten produktiven Kanal. Den größten Einfluss haben Datenqualität, Zahl der Schnittstellen und klare Zuständigkeiten.
Ja, vor allem für Unternehmen mit eigener IT oder einem starken Implementierungspartner. Open Source spart die Lizenz, nicht aber Einführung, Betrieb und Weiterentwicklung.
Sind Ihre Produktdaten bereit für ein PIM und für KI?
Wir prüfen herstellerunabhängig Datenmodell, Prozesse und Systeme und zeigen, wo Sie stehen.
Oder starten Sie mit der PIM-Checkliste.
PIM-Wissen

Die Landschaft der unternehmensweiten Software zur Verwaltung von Produktinformationen (PIM), Stammdaten (MDM), digitalen Assets (DAM) und Inhalten

Haben Sie Ihre Produktdaten im Griff? Gut. Denn jetzt beginnt der spannende Teil. Ein modernes PIM-System ist weit mehr als nur eine Datenbank – es ist der Treibstoff für Künstliche Intelligenz. Erfahren Sie, wie Sie mit dem Doppelpack aus Generative AI und Agentic AI nicht nur Marketing-Content skalieren, sondern Routineaufgaben im Service und Vertrieb vollautomatisch von intelligenten Bots erledigen lassen.

Viele Digitalisierungsinitiativen in Marketing und Vertrieb bleiben hinter den Erwartungen zurück, weil sie als reine IT-Projekte aufgesetzt werden.

Schluss mit dem Excel-Pingpong: Ein PIM mit Lieferanten-Portal automatisiert den Datenimport, sichert Qualität an der Quelle und entlastet Ihren Einkauf massiv von manueller Arbeit.

PIM ist der Spezialist für Marketing- und Produktdaten; MDM ist der Generalist für alle Stammdaten (Kunde, Produkt, Lieferant). PIM löst Ihr E-Commerce-Problem schnell und effizient.

Headless Commerce entkoppelt Frontend und Backend für maximale Flexibilität. Ein API-basiertes PIM ist dabei die unverzichtbare Datenquelle, die alle Kanäle in Echtzeit versorgt.

Ein PIM ist nur ein Werkzeug; Data Governance ist die Anleitung. Ohne klare Regeln und Rollen scheitern digitale Skalierungsversuche an schlechter Datenqualität.

Ein PIM verwaltet Daten (die Wahrheit), PXM schafft Erlebnisse (die Emotion). PXM ist die kundenfokussierte Strategie auf dem Fundament eines PIM-Systems.

Für Hersteller ist PIM das Rückgrat von Industrie 4.0. Es verbindet PLM und ERP, um komplexe technische Daten und Ersatzteilkataloge zentral zu verwalten.

Klären Sie in 3 Minuten ob der Einsatz eines PIM-Systems für Sie Vorteile bringt und welche PIM-Systeme für sie in Frage kommen könnten!
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